Fünf Fragen an: Clemens Prokop
„Wir haben den Sponsoren keine Rabatte eingeräumt“

„Alle Pakete sind zum gleichen Preis verkauft worden.“ Clemens Prokop, Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes spricht im Handelsblatt-Interview über die Vermarktung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft, verkaufte Karten und die Eurphorie im eigenen Land.

Bis zuletzt haben Kritiker die Vermarktung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft bemängelt. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Wenn man bedenkt, dass bei solchen Veranstaltungen viel über die Tageskasse läuft, kann ich die Kritik nicht nachvollziehen. Wir haben mehr als 60 Prozent der Tickets vorab verkaufen können, ein vergleichbarer Wert wie bei der WM in Stuttgart 1993. Und nach absoluten Zahlen haben wir ohnehin mehr Eintrittskarten verkauft als jede andere Weltmeisterschaft zuvor.

Kurz vor der WM war im Land wenig Euphorie zu spüren.

Mehr Promotion als in den vergangenen Tagen und Wochen kann man nicht machen. Zusätzlich waren wir seit Monaten bei den Medien in ganz Deutschland unterwegs, die aber größtenteils auch erst kurz vor Beginn der WM intensiver in die Berichterstattung eingestiegen sind. Was den Vergleich mit dem Fußball angeht, als ganz Deutschland 2006 im WM-Fieber war: Er hinkt. Bei der Fußball-WM hatten wir Spielorte in ganz Deutschland. Hier richtet sich alles auf eine Stadt, das ist nicht vergleichbar.

Viele Sponsoren kamen erst in letzter Minute hinzu, etwa Samsung oder die Deutsche Bahn.

Zu Samsung kann ich nichts sagen, weil sich die IAAF um die internationalen Sponsorenkategorien gekümmert hat. Deren Agentur Dentsu musste auch den nationalen Sponsorships erst zustimmen. Das ergibt eben manchmal ein Zeitproblem. Dentsu als Bremser zu bezeichnen, ist aber in keiner Weise gerechtfertigt.

Wie kam es zum Ausstieg von Infront als Vermarkter auf halber Strecke?

Über die Interna will ich nicht sprechen. Manchmal sind die Erwartungen anfangs höher als später realisierbar. Wir haben festgestellt, dass wir bei der direkten Vermarktung Vorteile haben, die Infront nicht hat. So war die Lufthansa beispielsweise schon vorher Partner des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Da fragt man sich natürlich, warum man sich den logistischen Aufwand und die Provision einer Agentur nicht spart. Manchmal geht es direkt eben schneller.

Einige Partner standen erst kurz vor Beginn der WM fest. Mussten Sie Rabatte einräumen, um die Sponsoren noch zu überzeugen?

Nein, alle Pakete sind zum gleichen Preis verkauft worden. Über die Höhe machen wir keine Angaben. Aber es hat nicht geschadet, spät zu kommen – auch bei den länger feststehenden Partnern wie der Lufthansa sind die öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen zur Aktivierung des Sponsorings erst einen Monat vor dem Beginn der WM angelaufen.

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