Für einen Trabi
Lebenslang nach Mord beim Sex

Das Landgericht Görlitz hat einen 23-Jährigen Sachsen wegen Mordes verurteilt. Der Mann hatte seine Freundin während des Liebesspiels erwürgt und in ein Fass einbetoniert. Kurios war der Grund - es ging um einen Trabi.
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Dresden/GörlitzBeim Liebesspiel hat ein Mann seine Ex-Freundin erstickt und muss dafür nun mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe büßen. Das Landgericht Görlitz verurteilte den 23-jährigen Sachsen am Freitag wegen Mordes aus Habgier und Heimtücke, wie ein Gerichtssprecher sagte. Er hatte es auf den Trabi seines Opfers abgesehen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der junge Mann seine ehemalige Freundin im Sommer 2009 beim Sex getötet hat. Danach wurde die Leiche der 20-Jährigen in einem Fass einbetoniert. Die tote Frau wurde später in einem Steinbruch entdeckt. Der Angeklagte hatte sich während des Indizienprozesses nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Für die Richter war klar: Der gelernte Tischler hat die Frau umgebracht, um an ihr Auto - einen Trabi - zu kommen. Nach dem Tod der 20-Jährigen fälschte er deren Unterschrift unter dem Kaufvertrag für das Auto. Daher wurde der Mann auch wegen Urkundenfälschung und Unterschlagung verurteilt. Das Gericht folgte mit seiner Entscheidung dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte einen Freispruch verlangt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der junge Mann war nach der grausigen Tat schnell in Verdacht geraten und verhaftet worden. Er hatte jedoch ausgesagt, die junge Frau sei durch einen Unfall beim Sex ums Leben gekommen. Die Staatsanwaltschaft rückte daraufhin vom Vorwurf des Totschlags ab und ließ ihn im Februar 2010 wieder frei. Als neue rechtsmedizinische Gutachten später der Version des Mannes widersprachen, wurde er im Juli 2010 wieder und diesmal wegen Mordverdachts verhaftet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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