Für Umweltdesaster
Rena-Kapitän muss für sieben Monate in Haft

Wochenlang hat das Rena-Desaster die Neuseeländer beschäftigt. Nach der Havarie des Containerschiffs sammelten sie Ölklumpen und tote Vögel an den Stränden ein. Am Freitag wurde der Kapitän verurteilt.
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WellingtonDer Kapitän, der die größte Katastrophe in der Meereswelt vor Neuseeland verursacht hat, muss sieben Monate ins Gefängnis. Der 44-jährige Kapitän des Containerschiffs „Rena“ sei unter Zeitdruck von der geplanten Route abgewichen und habe fatale Fahrfehler gemacht, befand der Richter nach Medienberichten aus dem Gerichtssaal am Freitag. Zu allem Übel habe er das Logbuch gefälscht, um seine schweren Fehler zu vertuschen. Das riesige Schiff rammte im Oktober bei fast voller Fahrt in ein Riff nur 22 Kilometer vor der Küste. Es zerbrach und mindestens 350 Tonnen Öl liefen aus. Der Navigationsoffizier (37) bekam die gleiche Strafe.

Die beiden Philippiner waren wegen fahrlässiger Fahrweise, Umweltverschmutzung und Justizbehinderung angeklagt. Vor allem der letzte Punkt veranlasste den Richter Robert Wolff zu der Gefängnisstrafe, wie er ausführte. „Ich finde, es muss eine klare Botschaft geben, dass im Fall einer Katastrophe wie dieser alle Beteiligten ehrlich sein müssen, damit so schnell wie möglich eine vernünftige Lösung für das Problem gefunden werden kann“, sagte er nach Angaben von Radio Neuseeland.

Richter Wolff zeigte andererseits Milde, weil die beiden Angeklagten sich schuldig bekannt hatten. Ihnen hatten sieben Jahren Haft gedroht. Die Staatsanwälte sprachen von grundlegender Inkompetenz der Schiffslenker. Der Anwalt des Kapitäns führte die Reue seines Mandaten an.

Das 245 Meter lange Schiff war am 5. Oktober nahe der Küste der neuseeländischen Nordinsel auf ein Riff gelaufen. Es ist inzwischen zerbrochen und teilweise gesunken. Bei dem Unglück liefen 350 bis 400 Tonnen Öl aus und verpesteten die weißen Strände der Bucht Bay of Plenty. Mehr als 2.400 Vögel verenden im Öl-Schlick. Von den 1368 Containern an Bord fielen Hunderte ins Wasser. Bis heute sind Fachleute im Einsatz, um Container zu bergen.

Viele Küstenbewohner haben den beiden Philippinern inzwischen vergeben. „Sie sind nur ein Rädchen in einer großen Maschine, die das Desaster verursacht hat“, sagte Colin Reeder, ein Sprecher der Maori-Ureinwohner, die dort leben. „Wir richten unseren Zorn lieber gegen das System, das dieses Desaster zugelassen hat.“ Damit meinte er unter anderem der Zeitdruck, unter dem Kapitäne zunehmend stehen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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