Für wohltätige Zwecke
Reiche rund um den Globus sind spendabel

Was Philanthropen wie Microsoft-Gründer Bill Gates und Finanzinvestor Warren Buffett vormachen, findet immer mehr Nachahmer. Rund 285 Mrd. Dollar gaben die Reichen und Ultrareichen im vergangenen Jahr für wohltätige Zwecke aus. Am häufigsten geben Millionäre und Milliardäre aus den USA und aus Asien Geld.

sos FRANKFURT. Dies ermittelten die Unternehmensberatung Capgemini und die Investmentbank Merrill Lynch in ihrem World Wealth Report. Bei den High Networth Individuals (HNWI), die über ein liquides Vermögen von mindestens einer Million Dollar verfügen, entspricht die Summe rund sieben Prozent ihres Reichtums. Die Ultra High Networth Individuals (UHNWI) gaben sogar jeden zehnten Dollar ihres Vermögens von durchschnittlich 30 Mill. Dollar aus. Zum Vergleich: Normalverdiener spenden rund 1,5 Prozent ihres Einkommens. Wer aus eigener Kraft zu Wohlstand gekommen ist, gibt laut Studie lieber als reiche Erben.

Am häufigsten geben Millionäre und Milliardäre aus den USA und aus Asien Geld; durchschnittlich spendete dort jeder siebte Reiche und jeder vierte Superreiche. In Europa und im Nahen Osten war es nur jeder vierzehnte. In Lateinamerika ist der Hang zur Wohltätigkeit am geringsten ausgeprägt, nur drei Prozent der Wohlhabenden gaben von ihrem Vermögen etwas ab. „Insgesamt lässt sich eine Professionalisierung der Wohltätigkeitsinvestitionen feststellen“, meint Christine Stapf, Mitautorin der Studie. So würden die neuen Wohltäter versuchen, ihr eingesetztes Spenden-Kapital wie ein Investment zu managen, um eine maximale „soziale Investmentrendite“ zu erlangen.

In Deutschland zeugt davon unter anderem ein Stiftungsboom. Jedes Jahr werden laut Bundesverband Deutscher Stiftungen 900 neue Stiftungen gegründet. Initiatoren seien aber noch hauptsächlich gebildete Menschen der gehobenen Mittelschicht, so Stiftungsgeschäftsführer Hans Fleisch. Allerdings ließen seit kurzem vor allem junge Reiche, etwa Spitzensportler wie Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder Teile ihres Vermögens für soziale Zwecke arbeiten. „Allmählich wird Wohltätigkeit auch in Deutschland zur öffentlichen Selbstverständlichkeit“, sagt Fleisch. Ein Trend, den auch die Privatbanken beobachten.

„Gerade die Superreichen mit einem Vermögen von 300 oder 400 Mill. Euro gründen seit einigen Jahren vermehrt Stiftungen“, beobachtet Edmund Conrad Leiter des Private Banking beim Bankhaus Metzler. Ähnliches konstatiert auch Jörg Liesner, Stiftungsspezialist bei der Hamburger Berenberg Bank. „Es gibt eine persönliche Korrelation zwischen steigendem Vermögen und dem Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.“

Weltweit stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Millionäre um 8,3 Prozent auf 9,5 Millionen Menschen. Diese haben ein liquides Vermögen von mehr als einer Million Dollar. Noch stärker wuchs mit 11,3 Prozent die Zahl der Superreichen mit einem liquiden Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar. Sie kletterte auf 94 970 Menschen. Zudem werden die Reichen immer reicher. „Das Vermögen wächst stärker, als die Zahl der Millionäre steigt“, so Studien-Autorin Stapf. Im Vergleich zum Jahr 2005 wuchs das Vermögen der Reichen um 11,4 Prozent auf 37,2 Bill. Dollar; Tendenz pro Jahr um 6,8 Prozent steigend. Stapf rechnet mit einem Anstieg des Vermögens auf 51,6 Bill. Dollar bis 2011.

Gründe für den Reichtumsboom sind vor allem hohe volkswirtschaftliche Wachstumsraten, aber auch eine Hausse an den Börsen. Die höchsten Zuwachsraten Vermögender verzeichneten dabei Indien, Singapur, Indonesien und Russland. In Deutschland stieg die Zahl der Reichen um vier Prozent auf 798 000.

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