„Fürstentum von Dellavalle“ Neuer Mini-Staat auf einem Kreisverkehr

Weil eine Behörde in Italien geschlampt hat, gehört einem Rentner ein Stück Straße in der Provinz. Das hat er jetzt zum unabhängigen Staat erklärt. Sein Motto: „Lass uns die Welt nicht in den Händen von Idioten lassen.“
Kommentieren
Der 70-jährige Pier Giuseppe Dellavalle hat einen Kreisverkehr auf einer Straße in der italienischen Provinz kurzerhand zum eigenen Staatsgebiet erklärt. Quelle: dpa
Staatschef Pier Giuseppe Dellavalle

Der 70-jährige Pier Giuseppe Dellavalle hat einen Kreisverkehr auf einer Straße in der italienischen Provinz kurzerhand zum eigenen Staatsgebiet erklärt.

(Foto: dpa)

RomDas „Fürstentum von Dellavalle“ ist Europas jüngster - und wohl bizarrster - Mikrostaat: Das Mini-Areal auf einem Kreisverkehr im Nordwesten Italiens ist das Ergebnis von Behördenwillkür und einem seit 15 Jahren andauernden Streit. „Meine Erfahrung ist teils zum Lachen und teils zum Weinen“, sagt der selbst ernannte Staatschef des Fürstentums, Pier Giuseppe Dellavalle. Doch der 70-Jährige lässt sich nicht unterkriegen.

Alles begann kurz nach dem Jahrtausendwechsel. Damals wurde Dellavalles Haus 75 Kilometer nördlich von Turin abgerissen, um Platz für eine neue Umgehungsstraße zu machen. Er einigte sich mit der nationalen Straßenbaubehörde ANAS auf eine Entschädigungssumme von 600.000 Euro, bekam aber nur 347.000. Noch schlimmer war, dass die Behörde vergaß, ihn zu enteignen. Deshalb muss er noch immer Steuern für ein Gebäude bezahlen, das gar nicht mehr existiert. Auf seine Beschwerde antwortete ein Beamter nur: „Wenn der Computer sagt, dass dort ein Haus steht, muss es auch existieren.“

Neuseeländer wollen ihre Fahne behalten
Der Gewinner
1 von 18

Die Befürworter der neuen Flagge hatten argumentiert, die alte Flagge sei der australischen zu ähnlich. Auch sei sie zu sehr mit der Kolonialgeschichte verbunden. Die Gegner des neuen Designs argumentierten, sie sei uninspiriert und lediglich der Versuch von Regierungschef John Key, sich ein Denkmal zu setzen.

Der Verlierer
2 von 18

Doch kein Referendum eine neue Flagge: 56,6 Prozent der Neuseeländer haben sich in der schriftlichen Abstimmung gegen ein neues Design mit einem Silberfarn ausgesprochen. Damit bleibt die alte Flagge mit dem britischen Union Jack in der Ecke erhalten. An der Abstimmung beteiligten sich mehr als zwei Millionen Wähler.

Aufwendiger Prozess
3 von 18

An die Zeichentische: Die neuseeländische Regierung hatte die Bevölkerung im Mai 2015 aufgefordert, Vorschläge für eine neue Landesflagge einzusenden. Aus mehr als 10.000 Einsendungen wählte eine zwölfköpfige Jury die 40 besten Designs aus. Doch auch die Motive, die es nicht in die Auswahl geschafft haben, sind durchaus sehenswert. So zum Beispiel...

Verbundenheit mit Großbritannien
4 von 18

...dieser Vorschlag von Caleb Scrivener und Luke Edwards aus Canterbury. Abgebildet ist ein Kiwi, der Nationalvogel Neuseelands. Die Sterne stehen laut den Zeichnern für die drei Landessprachen des Inselstaats – Maori, Englisch und Zeichensprache – und die britische Flagge oben links für die Zusammenführung des britischen und neuseeländischen Volks. Der Kiwi repräsentiere sich selbst – „den flugunfähigen Vogel, den wir alle lieben und um den wir uns kümmern“, so die Künstler.

Der fliegende Kiwi
5 von 18

Dass der Kiwi mit seinen bis zu fünf Zentimeter langen Flügeln nur schwerlich fliegen kann, schien Struan Ashby aus Wellington nicht zu stören. Er reichte die Flagge mit dem Titel „Flying Kiwi“ ein – mit der lapidar-trotzigen Erklärung: „Weil Kiwis fliegen können!“

Fish’n’Chips
6 von 18

Gänzlich ohne Kiwi kam Angela Inglis aus Auckland aus – und griff stattdessen auf einen Fisch zurück und etwas, das auf den ersten Blick wie eine Sonne aussieht. Die Erklärung der Zeichnerin bringt die Auflösung: „Das gelbe Motiv repräsentiert die goldene Sonne und die goldenen Pommes frites dieses anständigen Landes.“ Außerdem weise der Bezug zum britischen Nationalgericht Fish’n’Chips auf die Herkunft der Neuseeländer hin.

Vorwärtsgewandt
7 von 18

Einen Blick für die Zukunft beweist Sophie Wilson aus Auckland. Sie zeichnete eine Katze, die von einem Fischskelett träumt. Kryptisch? Gar nicht: „Wenn die Kiwis verschwinden, sind Kätzchen doch eine nette Alternative“, erklärt die Künstlerin ihr Werk. Der Kiwi ist vom Aussterben bedroht – und dementsprechend selten.

Nachdem zahlreiche Briefe an die Behörden unbeantwortet blieben, entschied sich Dellavalle, sein Land am Rand der norditalienischen Stadt Vercelli zurückzugewinnen. Seitdem stattet er einem Kreisverkehr auf der Fläche seines ehemaligen Hauses regelmäßige Besuche ab. Inzwischen baut er dort auch Tomaten an, feiert Grillfeste mit Freunden und stellt Protestschilder auf.

Die örtlichen Behörden haben versucht, ihn gerichtlich zur Räumung zu zwingen. Aber der Richter entschied zugunsten Dellavalles und erkannte sein Besitzrecht an dem Land an.

„Sie rufen mich regelmäßig an und bitten mich aufzugeben. Aber das werde ich nicht tun“, sagt Dellavalle der Deutschen Presse-Agentur. „Sogar Polizeibeamte einer Sonderabteilung folgen mir auf Schritt und Tritt und schreiben Berichte über mich. Ich denke darüber nach, sie wegen Verfolgung anzuklagen“, so der Rentner.

Die „Unabhängigkeitserklärung“ von Italien in diesem Jahr war Dellavalles jüngster Trick. Sein „Fürstentum“ hat bereits 68 Menschen die Bürgerrechte gegeben. Ein offizielles Motto hat es auch: „Lass uns die Welt nicht in den Händen von Idioten lassen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Fürstentum wird wohl vorerst bleiben – als „Insel des Widerstands“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "„Fürstentum von Dellavalle“: Neuer Mini-Staat auf einem Kreisverkehr"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%