Fukushima
Feuer in Reaktor vier gelöscht

Im AKW Fukushima ist ein Feuer ausgebrochen. Kurz zuvor hat die japanische Regierung sich nun doch darauf vorbereitet, die Evakuierungszone um Fukushima deutlich zu erweitern.
  • 0

TokioIm schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist am Dienstag ein Feuer ausgebrochen. Ein Arbeiter habe den Brand nahe des Reaktors 4 entdeckt und die Feuerwehr alarmiert, die das Feuer habe löschen können, berichtete das Betreiber-Unternehmen Tepco. Ob der Brand in Zusammenhang mit neuen Nachbeben stand, die den Nordosten Japans am Dienstag erschütterten, blieb unklar.

Durch den Zwischenfall sei keine zusätzliche Radioaktivität freigesetzt worden, versicherte Tepco. In Japan hatte es am Dienstagmorgen erneut ein starkes Nachbeben gegeben. Nach Angaben von Augenzeugen wankten Häuser in der Hauptstadt Tokio. Die Stärke des Erdstoßes wurde nach ersten Berichten mit 6,3 angegeben. Das Atomkraftwerk Fukushima ist bei dem verheerenden Erdbeben und dem anschließenden Tsunami im vergangenen Monat schwer beschädigt worden.

Vor dem Beben hieß es, das Risiko weiterer massiver Strahlenlecks im havarierten Kernkraftwerk Fukushima sei nach Einschätzung der japanischen Regierung geringer als zu Beginn der Katastrophe vor einem Monat. „Das Risiko, dass sich die Situation verschlechtern wird und dass es neue massive Ausstöße radioaktiver Substanzen geben wird, wird deutlich geringer“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag. Die Regierung halte die geltende Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Kernkraftwerk herum derzeit weiter für angemessen – hieß es zunächst. Denn nur kurze Zeit später wurde bekannt, dass die japanische Regierung die Evakuierungszone rund um die Atomruine Fukushima doch ausweiten will. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Monag unter Berufung auf den Regierungssprecher Yukio Edano. Wie weit, ist bisher unklar. Angesichts der hohen Bevölkerungsdichte ist eine solche Evakuierung besonders eine logistische Herausforderung.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte hingegen erneut, die Evakuierungszone rund um die Katastrophenreaktoren in Fukushima auszuweiten. Strahlenschutzexperten von Greenpeace hätten rund 60 Kilometer entfernt von der Atom-Ruine deutlich gesundheitsgefährdende Radioaktivität im Boden festgestellt, hieß es.

 

Unterdessen reiste der Chef des Atombetreibers Tepco, Masataka Shimizu, in die Provinz Fukushima, um sich bei der lokalen Regierung zu entschuldigen. Gouverneur Yuhei Sato weigerte sich jedoch laut Medien, ihn zu sehen. Es ist bereits das zweite Mal, dass der Gouverneur von Fukushima ein Treffen mit Shimizu ablehnt. Der Tepco-Chef wird scharf kritisiert, da er sich zwei Tage nach Beginn der Katastrophe offiziell wegen Unwohlseins zurückgezogen hatte und seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen war. Mitarbeiter seines Unternehmens versuchen unterdessen weiter, die Atomruine unter Kontrolle zu bringen.

Einen Monat nach Beginn der verheerenden Katastrophe im Nordosten Japans gedenkt das Land unterdessen an diesem Montag seiner Opfer. In den Notlagern, an Arbeitsplätzen und Schulen im ganzen Land legen die Menschen Schweigeminuten ein, wie die Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete. Die Behörden gehen davon aus, dass bei der Katastrophe vom 11. März, in deren Folge das Kernkraftwerk Fukushima schwer beschädigt wurde, fast 28.000 Menschen starben. Noch immer harren rund 150.000 Menschen in 2400 Notunterkünften aus.

Seite 1:

Feuer in Reaktor vier gelöscht

Seite 2:

Kommentare zu " Fukushima: Feuer in Reaktor vier gelöscht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%