Fukushima
Greenpeace misst kritische Strahlungswerte im Meer

Fukushima und die Informationspolitik: Greenpeace hat überhöhte Strahlung im Meer vor der japanischen Küste gemessen, auch bis zu 60 Kilometer entfernt. Tepco und die Regierung müssen sich wieder einmal erklären.
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Umweltaktivisten haben in Meeresfrüchten nahe dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima hohe Strahlenbelastungen gemessen. Bei 14 von 21 untersuchten Proben hätten die radioaktiven Partikel die gesetzlichen Grenzenwerte für den Verzehr überschritten, teilte die Umweltorganisation Greenpeace Japan am Donnerstag mit.

Zu den analysierten Lebensmitteln gehörten Seetang und Krebstiere. Auch Fische, die in 22 bis 60 Kilometern Entfernung des Atomkraftwerks gefangen wurden, seien untersucht worden.

Das Kraftwerk war am 11. März bei einem schweren Beben und einem anschließenden Tsunami stark beschädigt worden. Seither tritt Radioaktivität aus.

Fukushima-Betreiber Tepco hatte Anfang April damit begonnen, schwach radioaktives Wasser aus dem Kraftwerk in den Pazifik zu pumpen. Tepco wollte so für höher belastetes Wasser Platz schaffen, das ins Meer sickerte.

Greenpeace fand erhöhte Werte für Jod 131, Cäsium 134 und Cäsium 137. Bei Seetang seien Werte für radioaktives Iod gemessen worden, die mehr als dem 60-fachen der Grenzwerte entsprechen.

Greenpeace-Experte Jan van de Putte äußerte sich besorgt über die „sehr hohen Jod-Konzentrationen“ in einigen Algenproben. Er fordert die Regierung dazu auf, Informationen über die ins Meer gelangte Menge an Radioaktivität zu veröffentlichen.

Heinz Smital, Greenpeace-Experte für Atomfragen, warf Tepco eine falsche Informationspolitik vor. Die Firma wolle die Menschen glauben machen, dass die Atomkraft auch nach dem Unglück von Fukushima beherrschbar sei. Greenpeace wolle nun eine Studie über die Versäumnisse von Tepco an die deutsche Ethikkommission übergeben.

Anfang Mai war Greenpeace mit einem Schiff vor der Küste Fukushimas unterwegs. Dort sammelten Experten nach eigenen Angaben zwei Wochen lang Proben. Teilweise sei die radioaktive Verseuchung von Meeresalgen so hoch gewesen, dass eine Messung nicht möglich war.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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