Fukushima-Leck dicht
Ein Stück Hoffnung im Atom-Chaos

Endlich positive Nachrichten vom Unglücks-AKW Fukushima. Den Einsatzkräften ist es offenbar gelungen, das Leck an Reaktor 2 abzudichten. Die Folgen der Katastrophe für die Japaner aber bereits spürbar.
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Kleiner Hoffnungsschimmer im Katastrophen-Kraftwerk: Die Arbeiter in der Atomruine Fukushima haben ein gefährliches Leck abgedichtet. Durch den Riss in der Betonwand eines Kabelschachtes fließe nun kein radioaktiv verseuchtes Wasser mehr in den Pazifik, berichteten japanische Medien am Mittwoch. Das Stopfen des Lecks gilt deshalb zwar als Erfolg. Unklar ist aber, ob die Abdichtung mit sogenanntem Wasserglas halten wird und ob es noch andere Lecks im Kraftwerk gibt. Die Folgen der Strahlenbelastung für das Ökosystem im Pazifik dürften erst nach und nach zutage treten.

Auch an den Reaktoren selbst ist die Lage noch immer schwierig. Um weitere Explosionen zu verhindern, will der Betreiber Tepco Stickstoff in einen Meiler leiten. Wie die japanische Zeitung „Yomiuri Shimbun“ unter Berufung auf das Unternehmen berichtete, soll damit voraussichtlich am Mittwochabend begonnen werden. Es bestehe die Gefahr, dass sich durch die beschädigten Brennstäbe Wasserstoff im Reaktorgebäude angesammelt habe. Solcher Wasserstoff hatte schon zu Beginn der Krise zu Explosionen geführt.

Trotz des Fortschritts im Kampf gegen das Wasser wollen Experten noch keine Entwarnung geben. Die japanische Atomaufsicht hat Tepco angewiesen, zu beobachten, ob das Leck wirklich dicht ist und das verseuchte Wasser nicht anderswo ausläuft, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Der Physiker Volker Erbert äußerte sich im ZDF kritisch. „Dicht sein und dicht bleiben ist ein Unterschied“, sagte er dem Sender. Die Masse kann zum Beispiel spröde werden. In sehr heißer Umgebung ist es auch möglich, dass ausgehärtetes Flüssigglas wieder zu schmelzen beginnt.

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