Fukushima: Neues Erbeben erschüttert Region nahe des Atom-Wracks

Fukushima
Neues Erbeben erschüttert Region nahe des Atom-Wracks

Ein weiteres Erdbeben, schwarzer Rauch über und erhöhte Strahlenwerte um das Atom-Wrack in Fukushima halten Japan in Atem. Die Evakuierungszone um das Atomkraftwerk erweitert die Regierung indes nicht.
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TokioDas Katastrophen-AKW Fukushima hält Japan weiter in Atem. In der Nähe des schwerbeschädigten Reaktoren hat es am Mittwoch ein Erdbeben gegeben. Die Stärke des Erdstoßes gaben die japanischen Behörden vorläufig mit 4,7 an. Das Epizentrum habe zehn Kilometer unter dem Meeresspiegel gelegen. Ein erneuter Tsunami drohe nicht, hieß es in einem Fernsehbericht. Angaben zu möglichen Schäden lagen zunächst nicht vor.

Zuvor war aus dem Reaktorgebäude von Block drei des havarierten Kernkraftwerks schwarzer Rauch aufgestiegen. Die Ursache war zunächst noch unklar, wie die Atomaufsicht einräumte. Die Betreibergesellschaft Tepco zog zuerst vorübergehend ihre Arbeiter ab, die das AKW unter Kontrolle bringen sollten, und blies den Einsatz der Feuerwehr, die Block drei mit Wasser kühlen sollte, schließlich gänzlich ab. Dem Fernsehsender NHK zufolge ist die gesamte Atomanlage aus Sicherheitsgründen geräumt worden.

Unterdessen wuchs die Angst der Menschen vor radioaktiver Verseuchung: Auch außerhalb der Sicherheitszone um das Atom-Wrack in Fukushima ist nach Schätzungen der Regierung stark erhöhte radioaktive Strahlung aufgetreten. An manchen Orten, die weiter als 30 Kilometer von dem Kraftwerk entfernt seien, habe die Strahlung zeitweise womöglich bei mehr als 100 Millisievert pro Stunde gelegen, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch.

Die natürliche Hintergrundstrahlung liegt bei etwa 2 Millisievert pro Jahr. Es bestehe allerdings kein Grund, die Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Kraftwerk auszuweiten, sagte Edano. Besorgte Anwohner sollten die Fenster geschlossen halten. Die Strahlung ändere sich ständig mit dem Wind. Es sei sehr schwer, genau zu messen, wie sich die Radioaktivität vom havarierten Kraftwerk ausbreite.

In Fukushima selbst wurde am Mittwoch wieder deutlich höhere Radioaktivität festgestellt als in den Tagen zuvor. Kurz nach Entdeckung des Rauchs aus Reaktor drei betrug die radioaktive Belastung nach Angaben der Atombehörde 283,7 Mikrosievert. Zwei Stunden zuvor lag sie demnach sogar bei 435 Mikrosievert. Der Rauch komme direkt aus dem Reaktorgebäude. Der Betreiber, Tokyo Electric Power (Tepco), hatte zuvor noch mitgeteilt, der Rauch könne auch aus dem Turbinengebäude stammen.

Auch in Tokios Leitungswasser wurde eine erhöhte Strahlenbelastung festgestellt. Für die Zubereitung für Babynahrung sei das Wasser nicht geeignet, teilten die Behörden mit. Ansonsten bestehe aber keine unmittelbar Gefahr für die Bevölkerung. Es sei für ältere Kinder und Erwachsene unbedenklich, das Leitungswasser in Tokio zu trinken. In einer Wasseraufbereitungsanlage waren erhöhte Werte an radioaktivem Jod festgestellt worden. Die Regierung warnte allerdings vor Panikkäufen von Wasser. Die Einwohner von Tokio sollten nicht mehr Trinkwasser in Flaschen kaufen als nötig. Denn Trinkwasser sei in den Katastrophenregionen im Nordosten weiterhin knapp, sagte Regierungssprecher Edano. „Wir müssen sicherstellen, dass genug Wasser bereitgestellt wird.“

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  • Hallo, hier stimmen die Einheiten sicher nicht.

    100 Millisievert in 30 km Entfernung und 435 Mikrosievert am Kraftwerk. Bei letzterem könnte man ja 2 Stunden herumlaufen und bekäme weniger ab wie bei einer ordentlichen Röntgenaufnahme :-)

  • Durch die folgenden Beben wird die halbe japanische Insel ins Meer abrutschen - geplanterweise !

  • Falls es gut ausgeht für die Japaner, was ich hoffe, werden die AKW-Befürworter weiter im "Alles halb so wild Duktus" daherreden. Das da ein ganzes Land wegen eines AKW´s (natürlich mehere Blöcke)kurz vor Exodus steht, fällt da gar nicht mehr ins Gewicht.
    Müssen wir vermutlich auf einen GAU in Europa waretn, bis auch die Unbelehrbaren gar nicht mehr anders können... .

    Dummheit und Uneinsichtigkeit kann unheimlich stabil sein, stabiler als Reaktorkerne.

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