Fukushima
Regierung bestätigt offiziell Kernschmelze

Amtliche Bestätigung einer ohnehin schon fast Gewissheit gewordenen Vermutung: In den Reaktoren eins bis drei des Atomkraftwerks Fukushima sind die Brennstäbe geschmolzen. Dies erklärte nun auch die japanische Regierung.
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TokioNun ist es amtlich: In den Reaktoren 1 bis drei des havarierten Atomkraftwerks Fukushima ist es zu Kernschmelzen gekommen. Die Atomaufsichtsbehörde gab am Montag das entsprechende Ergebnis ihrer Analyse bekannt, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete. Der Kraftwerksbetreiber Tepco hatte bereits im Mai bekanntgegeben, dass die Kernbrennstäbe in Reaktor 1 zum größten Teil geschmolzen sind. Zu dem Zeitpunkt hatte Tepco zudem erklärt, dass dies möglicherweise auch in den beiden anderen Reaktoren passiert sei. Das wurde von der Behörde jetzt bestätigt.

Im schwer beschädigten Fukushima-Daiichi bereitet das radioaktiv verstrahlte Wasser den Ingenieuren immer größere Probleme. Der Kraftwerksbetreiber Tepco erklärte am Sonntag, 1.500 Tonnen Wasser sollten in Tanks zwischengelagert werden. Auf diese Weise soll ein Überlaufen der verhindern werden.

Unter dem Kraftwerk haben sich mehr als 100.000 Tonnen verstrahltes Wasser angesammelt. Die Tanks drohen überzulaufen. Spätestens am 20. Juni sei die Kapazität erschöpft, bei starken Regenfällen sogar schon früher, teilte Tepco mit.

Der Kraftwerksbetreiber musste außerdem bei der Übermittlung von Daten an die Regierung erneut Fehler einräumen. Die Daten wiesen rund 1.000 falsche Angaben auf, erklärte Tepco. Die Regierung wollte anhand der Zahlen entscheiden, wie viel Strom die Geschäftskunden des Versorgers in diesem Sommer einsparen müssen. In einem Brief an Tepco-Chef Masakata Shimizu forderte die Regierung den Konzern auf, bis (zum morgigen) Montag die korrigierten Daten vorzulegen.

Unterdessen filmten mit Kameras ausgerüstete Roboter im Reaktorblock 1 aus einer Öffnung im Boden austretenden Dampf. Die radioaktiven Gase stammten vermutlich aus einem Druckbehälter in der Nähe des zumindest teilweise geschmolzenen Reaktorkerns, hieß es am Samstag im japanischen Fernsehen. In dem Gebiet seien Strahlenwerte von 4.000 Millisievert pro Stunde gemessen worden, die einen Einsatz von Arbeitern unmöglich machten.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fukushima: Regierung bestätigt offiziell Kernschmelze"

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  • traurig man hört so gut wie garnichts mehr über das Atomunglück in fukushima im fernsehen aus den augen aus den sinn ????
    was passiert mit dem Meer den Fischen alles ist verseucht
    ?????
    was passiert mit den Menschen wie geht es weiter
    der fluss der radioaktiven strahlung muss doch endlich mal gestoppt werden sonst wird jawohl noch die halbe erde verseucht
    ich bin empört genauso mit der bohrinsel wo millionen oder milliarden liter von oel ausgelaufen sind der gewaltige schaden ist er schon behoben ????? oder aus den augen und aus den sinn ????? und wiedermal wer ist der leidtragende ? der mensch das tier und die natur herzlichen dank


    D.Z.

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