Fukushima
Tepco rückt mit weiteren Details raus

Wie gewohnt befördert der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco die Wahrheit nur tröpfchenweise an die Oberfläche. Nun wurde bekannt, dass die Schäden am Reaktor drei in Fukushima gravierender sein dürften, als gedacht.
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TokioDer Kraftwerksbetreiber Tepco geht nach dem Reaktorunglück von Fukushima mit immer mehr Details an die Öffentlichkeit. Das Unternehmen räumte am Mittwoch ein, dass ein zentrales Element des Kühlsystems in Reaktor drei bei dem Erdbeben am 11. März kaputt gegangen sein könnte.

„Wenn wir unsere Analyse unter der Voraussetzung erstellen, dass es eine undichte Stelle im Rohrleitungssystem gab, dann stimmt das mit (den Daten in) der Wirklichkeit überein“, sagte ein Tepco-Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. „Wir können die Möglichkeit nicht leugnen.“ Tepco hatte zuvor behauptet, dass in den Rohrleitungen kein großer Schaden entstanden sei.

Wegen der Atomkatastrophe gilt derweil eine besondere Meldepflicht für Schiffe, die aus Japan in deutsche Gewässer reisen. Vor allem Schiffe, die aus dem Raum Tokio kommen oder das Gebiet vor Fukushima durchfahren haben, müssen sich melden, wenn sie einen deutschen Hafen anlaufen wollen. Dies erklärte die Bundesregierung. Außerdem werden Landesbehörden über die Schiffe informiert, damit gemessen werden kann. Regen und Meerwasser können mögliche radioaktive Belastungen an den Schiffen aber auf dem langen Weg nach Deutschland erheblich verringert haben.

Kraftwerksbetreiber Tepco hatte erst am Dienstag zugegeben, dass in allen drei aktiven Reaktoren der Atomruine Fukushima schon kurz nach dem Erdbeben eine Kernschmelze eingesetzt hatte. Experten vermuteten bereits, dass es eine Kernschmelze nicht nur im ersten Reaktor, sondern auch in den Blöcken zwei und drei von Fukushima Eins gab.

Auch am Mittwoch wurden hohe Strahlenwerte gemessen. Am Reaktor 1 überschritt die Konzentration von radioaktivem Cäsium den Grenzwert um das 18-fache, wie Tepco mitteilte. Auch über Reaktor vier fand der Kraftwerksbetreiber 7,5-mal mehr Cäsium 134 als erlaubt, wie der Fernsehsender NHK berichtete.

Über dem Reaktor 1 wurde eine Konzentration von 360 Becquerel Cäsium 134 pro Kubikmeter Luft gemessen. Tepco rechnete damit, dass die Brennstäbe dort weitgehend geschmolzen sind.

Im abgeschalteten Reaktor vier werden alte Brennstäbe gelagert. Die Experten nehmen laut NHK an, dass die dort gemessene erhöhte Strahlung aus dem Abklingbecken und aus dem benachbarten Reaktor drei stamme. Der Betreiber wolle die Reaktoren nun mit Polyester-Planen abdecken, um eine weitere Verbreitung radioaktiver Substanzen über die Luft zu verhindern, hieß es weiter.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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