Fukushima
Verseuchung des Meeres weitet sich aus

Rund 40 Kilometer vor dem Atommeiler Fukushima ist die Jod-Belastung des Meeres doppelt so hoch wie zulässig. Entsprechende Berichte wurden am Samstag veröffentlicht. Am Sonntag könnte die Radioaktivität Tokio erreichen.
  • 0

Tokio/Offenbach/KölnRund 40 Kilometer von der Atomruine Fukushima entfernt ist die Belastung mit radioaktivem Jod im Meer doppelt so hoch wie der zulässige Grenzwert. Entsprechende Messwerte veröffentlichte das japanische Wissenschaftsministerium am Samstag, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Dafür waren Wasserproben zehn Kilometer vor der Küste nahe der Stadt Iwaki in der Präfektur Fukushima genommen worden.

Es war das erste Mal, dass Radioaktivität über den gesetzlich zugelassenen Werten so weit vor der Küste der Präfektur gemessen wurde, wie NHK weiter meldete. Vermutlich habe eine Nord-Süd-Strömung das radioaktive Jod-131 mitgespült. Laut dem Fernsehsender teilte die japanische Atomaufsichtsbehörde mit, dass das Jod im Meerwasser verdünnt werde und die Gesundheit der Menschen nicht bedrohe. Die erhöhten Werte seien Mitte der Woche gemessen worden.

Meteorologen sehen Tokio in Gefahr

Meteorologen befürchten, dass radioaktive Partikel aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima am Sonntag nach Tokio wehen könnten. Denn der Wind in Japan kommt immer mehr aus Nordost. „Tokio könnte etwas abkriegen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Samstag in Offenbach. Bislang trug der Wind die Strahlenbelastung hauptsächlich auf den offenen Pazifik hinaus. Unterdessen fallen die Temperaturen in den kommenden Nächten in Japan wieder unter den Gefrierpunkt. Dabei kommt es vor allem an der Westküste immer wieder zu Schauern. Um Tokio und Fukushima bleibt es hingegen weitgehend trocken.

Seite 1:

Verseuchung des Meeres weitet sich aus

Seite 2:

Strahlen-Test für Japan-Importautos

Kommentare zu " Fukushima: Verseuchung des Meeres weitet sich aus"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%