Fußball-WM
Illegaler Tickethändler auf der Flucht - oder nicht?

Der Hauptverdächtige im Ticketskandal, Ray Whelan, ist der brasilianischen Polizei entkommen – sein Arbeitgeber Match Services leugnet währenddessen Whelans Verstrickung in illegale Geschäfte irgendwelcher Art.
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Rio de JaneiroDie Szenen, die sich kurz vor dem WM-Finale in einem Hotel in Rio de Janeiro abspielen, sind filmreif - auch wenn sie nur von Sicherheitskameras festgehalten wurden: Kurz bevor die Polizei den Hauptverdächtigen im WM-Ticketskandal in dem Luxushotel in Untersuchungshaft nehmen will, flüchtet dieser durch die Hintertür. Seitdem fehlt von dem leitende Angestellten beim Fifa-Ticketing-Vertragspartner Match Services, Ray Whelan, jede Spur.

Der 64-jährige Brite gilt als Schlüsselfigur in dem Skandal um illegal verkaufte WM-Tickets. Er war schon einmal am Montag verhaftet und verhört worden, kam am folgenden Tag aber wieder auf freien Fuß. Am Donnerstag, drei Tage vor dem WM-Finale, wurde nun Haftbefehl gegen ihn erlassen.

Nach Angaben von Chefermittler Fábio Barucke verließ Whelan das Hotel an der berühmten Strandpromenade Copacabana eine Stunde vor Eintreffen der Polizei. Kameras des internen Überwachungssystems zeichneten demnach den Vorfall auf: „Wir sahen, wie er in großer Eile wegging“.

Auf den vom brasilianischen Fernsehen veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie sich Whelan in blauem T-Shirt und in Begleitung eines Mannes dem Lieferanteneingang nähert. Der Begleiter bedeutet Whelan, sich auf einen Stuhl nahe Tür zu setzen. Das Hotel, in dem viele hochrangige Fifa-Mitglieder abgestiegen sind, ist schwer bewacht. Dann verschwindet Whelan.

Die Ermittler haben den Briten inzwischen zur Fahndung ausgeschrieben. Zwar hatten die Behörden Whelans Reisepass bereits einkassiert, allerdings könnte er sich beim britischen Konsulat Ersatz besorgt haben, befürchtet die Polizei.

Im Zuge der Ermittlungen hatten die Ermittler bereits Anfang Juli elf Verdächtige festgenommen. Bis auf einen geständigen Kronzeugen sitzen sie in Untersuchungshaft. Alle Verdächtigen einschließlich des flüchtigen Briten müssen sich wegen organisierten Verbrechens, illegaler Eintrittskarten-Verkäufe, Geldwäsche und Steuerbetrugs verantworten.

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Haftbefehl gegen Whelan „willkürlich und illegal“

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