Gabriele Strehle
Wer kocht, vergisst

Es sind die profanen Dinge, über die sich Gabriele Strehle am meisten freuen kann, scheinbar simple Sachen, die aber große Detailkenntnis verlangen. „Die Basis muss stimmen“, sagt sie, „egal ob in der Küche oder im Beruf.“ Die Strenesse-Chefin schaltet in der High-Tech-Küche ihres Bauernhauses ab.

TEGERNSEE. Die Frage, was sie am liebsten isst, kann sie spontan nicht beantworten. Vielleicht Suppe. Gabriele Strehle liebt Suppen, alle Sorten, Tomatensuppe, Kartoffelsuppe, Brotsuppe. Oder vielleicht Quark-Auflauf mit Äpfeln. Oder Hackbraten – neulich hat sie Hackbraten gemacht, das erste Mal seit Jahren, ihr Metzger hatte sie auf die Idee gebracht. Eine aufwendige Angelegenheit mit zwei verschiedenen Fleischsorten, 2/3 zu 1/3.

„Mein Mann und meine Tochter Clara wussten das gar nicht wirklich zu schätzen, aber ich war hin und weg“, erzählt sie. „Ich kann mich wahnsinnig freuen, wenn ich solche Sachen wiederentdecke. Mit lauwarmem Kartoffel-Gurkensalat, wunderbar.“ Diesen lauwarmen Kartoffel-Gurkensalat in den verschiedensten Kombinationen erwähnt sie immer wieder und bekommt dabei einen speziellen, sehr gelösten Gesichtsausdruck. Womöglich ist er ein Lieblingsgericht?

Es sind nämlich die profanen Dinge, über die sich Gabriele Strehle am meisten freuen kann, scheinbar simple Sachen, die jedoch große Detailkenntnis und Grundwissen verlangen. „Die Basis muss stimmen“, sagt sie, „egal ob in der Küche oder im Beruf. Wenn die Basis da ist, kann man alles modernisieren.“

Ihre Basis, das Schneidern, hat sie von der Pike auf gelernt. 1973 fing sie bei der Bekleidungsfirma Strehle in Nördlingen unter Juniorchef Gerd Strehle an, ein paar Jahre später wurde sie Chefdesignerin. 1985 heiratete sie Gerd Strehle, 1995 wurde die Kollektion, die nun ihren Namen trug, das erste Mal in Mailand gezeigt.

Dass ihre Grundlage die Maßschneiderei ist, ist ihre große Stärke – und, weil sie so detailbesessen ist, zuweilen etwas quälend für ihr Design-Team: Die Schulter muss genau sitzen, die Taille exakt stimmen, und darüber, wie und wo die Knöpfe sein sollen, kann auch mal tagelang diskutiert werden. Gabriele Strehle liebt kreative Auseinandersetzungen. „Dabei befruchtet man sich doch gegenseitig“, sagt sie.

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