Gasexplosion
97 Tote bei Grubenunglück in Sibirien

Es war das schwerste Bergwerkunglück in Russland seit 10 Jahren: Bei einer Methangasexplosion in einer sibirischen Kohlegrube sind am Montag mindestens 97 Arbeiter getötet worden. Um das Leben von 13 weiteren Kumpeln kämpfen Einsatzkräfte noch immer. Das Unglück ist ein weiteres Zeugnis der mangelhaften Sicherheit in russischen Berkwerken.

HB MOSKAU. Zum Zeitpunkt der Methangasexplosion in 270 Metern Tiefe hielten sich nach Behördenangaben bis zu 200 Arbeiter in der Kohlegrube von Nowokusnetsk auf. 75 Menschen wurden dort seitdem lebend geborgen. Doch die Voraussetzungen für die Rettung weiterhin vermisster Kumpel sind offensichtlich mäßig. „Leider sind die Bedingungen (in der Grube) sehr schwierig“, sagte ein Sprecher des Katastrophenministeriums, Sergej Salow.

In dem im Jahr 2002 eröffneten Bergwerk werden pro Jahr drei Millionen Tonne Kohle gefördert, wie die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti berichtete. Betrieben wird es von dem Marktführer Juschkusbassugol, dem insgesamt neun Kohlegruben gehören. Nowokusnetsk liegt etwa 3 000 Kilometer östlich von Moskau im Kohlerevier Kusbass. Die Sicherheitsvorkehrungen in russischen Bergwerken gelten als mangelhaft, Schlagwetterexplosionen kommen häufig vor.

Im Jahr 2004 kamen bei einem solchen Unglück außerhalb von Nowokusnetsk 47 Kumpel ums Leben. Das war der schlimmste Fall dieser Art in der Region seit 1997. Damals kostete eine Minenexplosion 67 Bergleute das Leben. Im vergangenen Jahr kamen in ganz Russland mindestens 30 Menschen bei Grubenunglücken ums Leben, 25 davon bei einem Brand in einer sibirischen Goldmine.

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