"Gebt die Hoffnung nicht auf"
Hilferufe im Internet aus New Orleans

Viele US-Medien veröffentlichen die Erzählungen von Opfern des Hurrikans Katrina. In Leserbriefen, E-Mails und Anrufen schildern die Betroffenen die Zustände in den zerstörten Gebieten und die Not der Eingeschlossenen und Flüchtlinge. Liveblogger, die im Katastrophengebiet festsitzen, sprechen von Morden, bewaffneten Kämpfen der entnervten und zermürbten Opfer untereinander und mit der Polizei, sie sprechen von hilflosen und unorganisierten Polizisten und Soldaten und Diebstählen.

HB NEW ORLEANS. Der Blogger „The Interdictor“ gibt das Telefongespräch mit einem Freund, dem DJ „Bigfoot“ aus New Orleans wieder. Drei Tage sitzt Bigfoot nun schon mit etwa 20 000 weiteren Hurrikanopfern im Kongresszentrum unter der Crescent City Connection Bridge in New Orleans. Die Polizei hatte ihnen gesagt, dass Busse kommen und alle aus der überschwemmten Stadt bringen würden. Seit mehr als vier Tage warten die Menschen schon ohne Wasser, Nahrung und Medikamente.

Schließlich brachten die Nationalgardisten Hilfe, doch sie kamen sie nicht näher heran, sondern warfen die Hilfslieferungen von der Brücke. Bei dem Sturz zerbrachen viele Güter und wurden unbrauchbar. Einige wollten dabei nicht hilflos zusehen und wollten die Pakete von der Brücke abholen. Sobald die Notleidenden jedoch näher kamen, unter ihnen auch Kinder, richteten die Nationalgardisten und die Polizisten ihre Waffen auf sie. Viele baten per Mobiltelefon Freunde und Bekannte sie abzuholen, doch die Polizei verhindert den Zugang. Bigfoot erzählt weiter von Kämpfen und Morden unter den gereizten Wartenden.

Auf einer Newssite von New Orleans erzählt Rachelle King von einem Hilferuf, den sie von ihrem Bruder erhalten hat. Der Arzt am Baptist Hospital in New Orleans ist zusammen mit Patienten und Personal im Krankenhaus eingeschlossen. Ringsum steht das Wasser fast drei Meter hoch. Um die raren Vorräte zu sparen, werden den Patienten selektiv Nahrung und Wasser vorenthalten. Die Ärzte müssen entscheiden, wer weiterleben kann und wer dem Hungertod preisgegeben wird.

Seite 1:

Hilferufe im Internet aus New Orleans

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%