Gedenken an Flug MH17

Bewegende Trauerfeier für Opfer des Absturzes

Die Stimmung schwankt zwischen Trauer und Wut: 1600 Angehörige nehmen in Amsterdam Abschied von den 298 Opfern des Flugs MH17. Und verlangen weiter Antworten zum Hergang der Tragödie.
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Die Niederlande trauert: Am Jahrestag weht die niederländische Flagge auf Halbmast. Quelle: dpa

Die Niederlande trauert: Am Jahrestag weht die niederländische Flagge auf Halbmast.

(Foto: dpa)

AmsterdamBewegende Gedenkfeier für die Opfer von Flug MH17: Rund 1600 Trauergäste erinnerten am Montag bei Amsterdam an die 298 Menschen an Bord der Maschine, die vor knapp vier Monaten über der Ostukraine abstürzte. Teil nahmen auch der niederländische König Willem-Alexander, Königin Maxima und Ministerpräsident Mark Rutte. Die Feier zeige Familienmitgliedern und Freunden der Opfer, dass sie nicht allein stünden, sagte Rutte.

Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam in die malaysische Hauptstadt Kuala Lumpur mutmaßlich von einer Rakete abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord - die meisten von ihnen waren Niederländer - kamen um. Prorussische Rebellen und ukrainische Regierungstruppen werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben.

Rutte sagte in einer kurzen Ansprache: „Am 17. Juli 2014 wurde aus einem sorglosen „bis bald“ ein jäher Abschied.“ Die Kinder, Enkel, Väter, Mütter, Brüder, Schwestern, Omas, Opas, Ehemänner, Ehefrauen und Freunde an Bord der MH17 seien auf eine Reise gegangen, von der sie niemals zurückkehren würden.

Auf der Gedenkfeier wurden erneut Trauer, Unglauben und Ärger der Familien und Freunde offenbar. Die 13-jährige Gita Wiegel erinnerte sich, ihre Mutter vor dem Einchecken noch einmal geknuddelt zu haben. Die Vorstellung, sie nun vier Wochen nicht zu sehen, sei schlimm gewesen. „Aber das ist viel, viel schlimmer“, sagte sie. Ein anderer trauernder Angehöriger, Paul Marckelbach, rezitierte ein Gedicht und schluchzte, nachdem er das letzte Wort gelesen hatte: „Warum?“

Andere Verwandte, die nur mühsam ihre Tränen zurückhalten konnten, lasen die Namen und Alter aller 298 Opfer vor. Es dauerte 23 Minuten, bis sie fertig waren. Anton Kotte, der seinen Sohn, seine Schwiegertochter und seinen jüngsten Enkel verlor, sagte: „Eine Rakete beendete ihren Flug. Wir sind in einem Horrorszenario gelandet. Einem Szenario aus Machtlosigkeit, Ärger und Unglauben.“

Die Frage, was genau passierte, ist immer noch nicht beantwortet. Die niederländische Regierung hielt sich in Behauptungen zurück. Allerdings hatten niederländische Polizei und Staatsanwaltschaft erklärt, ein Raketentreffer sei die wahrscheinlichste Antwort.

Flugzeug wurde durchlöchert
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