Gedenken
Dresdner Lichter für Bombenopfer

Vor 64 Jahren sind 25000 Menschen bei einem Angriff alliierter Bomber in Dresden ums Leben gekommen. Heute gedenkt die Stadt der Opfer - und wehrt sich gegen Rechtsradikale, die den Schrecken und das Leid von einst für ihre Zwecke missbrauchen wollen.

HB DRESDEN. Dresden hat der Opfer der Bombenangriffe vor 64 Jahren gedacht. Auftakt der Gedenkveranstaltungen für die schätzungsweise 25 000 Opfer der Angriffe alliierter Bomber am 13. und 14. Februar 1945 war am Freitag eine Kranzniederlegung auf dem Heidefriedhof. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) wies in einer kurzen Ansprache das Ansinnen von Neonazis zurück, den Gedenktag zu vereinnahmen. Sie besudeln das Andenken an die Toten, sie schänden diese Stadt und gehören nicht hierher, sagte Orosz.

Auf dem Friedhof sind tausende Opfer der Bombennächte in Massengräbern bestattet worden. Mitglieder der NPD und des rechtsextremen Spektrums waren wie in den Vorjahren mit Kränzen gekommen. Nach den Worten von Landesbischof Jochen Bohl darf im Widerstand gegen Neonazis nicht nachgelassen werden. Es ist wichtig, sie nicht gewähren zu lassen, sagte der Bischof der evangelischen Landeskirche Sachsen der Deutschen presse-Agentur dpa. Für die Stadt ist es eine furchtbare Situation, dass das hasserfüllte Weltbild jährlich an dem Tag demonstriert wird, wo die Dresdner ihrer Toten gedenken.

Zur zentralen Gedenkveranstaltung vor der Frauenkirche kamen am Abend rund 2000 Menschen - weniger als in den Vorjahren. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Wahrhaftig erinnern - versöhnt leben". Von 21.45 Uhr bis 22.00 Uhr, zum Zeitpunkt des ersten Angriffs britischer Bomber, läuten traditionell die Glocken aller Kirchen in der Innenstadt. Dann öffnet die Frauenkirche ihre Türen zur Nacht der Stille. Symbol des Erinnerns und gegen Fremdenhass ist seit 2005 eine weiße Rose.

An diesem Samstag wollen mehr als 10 000 Menschen gegen einen Aufmarsch von Neonazis in Dresden demonstrieren. Dazu hat ein überparteiliches Bündnis aufgerufen. Auf der Veranstaltung "Geh Denken" wollen dann auch SPD-Parteivorsitzender Franz Müntefering und der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, sprechen. Bis zum Sonntag sind gut 20 öffentliche Veranstaltungen in Dresden angemeldet.

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