Gefährliche Tradition
39 Verletzte beim Stiertreiben in Pamplona

Weil das Kopfsteinpflaster nass und glischtig war, stürzten viele junge Männer beim Stiertreiben in Pamplona. Zum Schutz gegen die bis zu 500 Kilogramm schweren Kolosse ist nur eine zusammengerollte Zeitung erlaubt.

HB/dpa PAMPLONA. Bei dem ersten Stiertreiben des Jahres in der nordspanischen Stadt Pamplona sind am Montag 39 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Vier von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, sagte ein Rot-Kreuz-Sprecher der dpa. Der Lauf durch die Altstadtgassen verlief damit vergleichsweise glimpflich, denn keiner der Teilnehmer wurde von den bis zu 500 Kilogramm schweren Kolossen auf die Hörner genommen. „Ein sauberes Rennen“, befand der Sprecher.

Ein 24-jähriger Spanier erlitt allerdings eine Brustquetschung, weil einer der Stiere auf ihn fiel. Die anderen Verletzten zogen sich bei Stürzen Brüche oder Platzwunden zu. Die Hatz („encierro“) über die 825 Meter lange Strecke dauerte nur 2 Minuten und 45 Sekunden, war aber dennoch sehr gefährlich, denn das Kopfsteinpflaster war nass und glitschig. Zudem lösten sich einige der Bullen von der Herde und gingen auf einzelne Teilnehmer los. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 18 Kilometern in der Stunde, hielten die Statistiker fest.

Bei dem traditionellen Spektakel werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen je sechs Kampfstiere durch die engen Gassen der Altstadt Pamplonas bis in die Arena gejagt, wo sie abends von den Toreros getötet werden. Hunderte waghalsige junge Männer, die „mozos“, rennen dabei vor den Tieren her. Als einzige „Waffe“, um die Bullen von sich fern zu halten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Die „Sanfermines“, wie die Feierlichkeiten zu Ehren von San Fermín, dem Schutzpatron Pamplonas, genannt werden, waren durch Ernest Hemingways Roman „Fiesta“ (1926) weltberühmt geworden.

Das Spektakel geht auf einen Jahrhunderte alten Brauch zurück: Seinerzeit wurden Rinder von den Feldern durch die Stadt in die Ställe oder den Schlachthof getrieben. Im vergangenen Jahr wurden 341 Läufer verletzt, 40 von ihnen schwer. Seit 1924 kamen 13 der Teilnehmer ums Leben. Sie wurden von den Stieren aufgespießt oder zu Tode getrampelt. Zuletzt war 1995 ein Todesopfer zu beklagen, ein junger Tourist aus den USA.

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