Gefängnis kaum zu vermeiden
„Die Luft für Uli Hoeneß wird dünner“

Uli Hoeneß will reinen Tisch machen. Er gesteht, nicht 3,5 sondern 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Doch was bringt die plötzliche Offenheit? Experten zufolge könnte er sich damit ins Aus manövrieren.
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MünchenUm die Mittagszeit kommt die große Neuigkeit, mit der bisher niemand gerechnet hatte und die den Fall Uli Hoeneß noch einmal in eine neue Dimension heben könnte: Hoeneß' Anwalt Hanns F. Feigen sagt vor dem Landgericht München aus, in den Jahren 2002 bis 2009 habe der Präsident des FC Bayern weitere 15 Millionen Euro am Fiskus vorbei geschleust. Das sind dann insgesamt 18,5 Millionen Euro und deutlich mehr als die 3,5 Millionen Euro, die ihm die Anklage bisher vorwirft.

Damit aber ändert sich alles: Denn nun scheint es beinahe unmöglich, dass Hoeneß auf Bewährung davonkommt. „Die Luft wird definitiv dünner“, sagt Christian Höll, Rechtsanwalt für Steuerstrafrecht und Wirtschaftsrecht von der Kanzlei CF Rechtsanwälte in Fürth.

Bislang stand theoretisch die Möglichkeit im Raum, dass Hoeneß auf Bewährung davonkommen könnte: Nämlich dann, wenn er beweisen könnte, dass er die Selbstanzeige rechtzeitig eingereicht hatte und die fehlerhaften Angaben in der Nacherklärung nicht von ihm, sondern vom Steuerberater stammten. Doch je höher die Steuerschuld nun wird, umso weniger plausibel scheint es, dass die fehlerhafte Steuernacherklärung derart strafmildernd ausgelegt wird, dass sie Hoeneß vor dem Gefängnis bewahren könnte.

Warum aber sollte Hoeneß kurz vor Prozessauftakt Steuerschulden zugeben, die ihm die Staatsanwaltschaft bis dato noch gar nicht vorgeworfen hatte – mit denen er sich aber gegebenenfalls selbst hinter Gitter manövriert?Zur Erinnerung: Peter Graf etwa musste wegen 12,3 Millionen D-Mark drei Jahren und neun Monate hinter Gitter.

Die neue Offenheit könnte ein strategischer Zug der Verteidigung sein, vermutet Anwalt Höll: Hoeneß könnte hoffen, dass das Gericht anerkennt und es gegebenenfalls strafmildern auslegt, dass er wirklich alles aufdeckt – sogar Spekulationsgewinne nennt, die in 2002 angefallen und damit tatsächlich verjährt sein könnten.

Bislang ist nicht klar, wie viel der weiteren 15 Millionen Euro aus den Jahren 2002 bis 2009 in 2002 selbst angefallen sind. Dank Verjährung könnte sich die eigentliche Steuerschuld nicht um die vollen 15 Millionen Euro erhöhen. Dennoch: Ein paar Millionen Euro mehr werden es vermutlich dennoch sein.

Kommentare zu " Gefängnis kaum zu vermeiden: „Die Luft für Uli Hoeneß wird dünner“"

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  • Woher stammt eigentlich das Kapital in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro?

    Von Hoeness selbst kann es doch unmöglich stammen.

  • z.B. Volkswagen )

  • schau mal einer an-das wuerstchen hoeness unter den millionaeren in sachen steuerhinterziehung???wurde er von der fussball korruption angesteckt????oder ist es ganz einfach ein primitiver staatsverbrecher,luegner und betrueger, in der maske des fussballers?der haftbefehl muesste nun aber schleunigst in vollzug gesetzt werden,denn die fluchtgefahr ist ueberdimensional

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