Gefahr nicht gebannt
Experten fürchten weltweite Ausbreitung der Vogelgrippe

Immer wieder erkranken in Asien Menschen an der Vogelgrippe. Viele Experten sprechen inzwischen von einer dramatischen Bedrohung. Deshalb beraten Vertreter der WHO, der Welternährungsorganisation (FAO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit derzeit auf einer UN-Konferenz in Kuala Lumpur darüber, wie sich die weltweite Vogelgrippe-Epidemie noch verhindern lässt.

HB KUALA LUMPUR. "Mittlerweile ist die Frage, wann die Pandemie ausbricht, und nicht mehr ob", sagte etwa Jong-Wook Lee, Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO vor wenigen Tagen. Und auch sein Kollege Shigeru Omi, Direktor der WHO für die Region des westlichen Pazifiks formuliert es ähnlich: „Wir glauben, dass ein entscheidender Punkt erreicht ist. Entweder wir kehren den Trend um, oder die Dinge werden uns aus den Händen gleiten. Wir müssen Krieg gegen dieses Virus führen." Notwendig unter anderem Massenimpfungen von Geflügel.

Wenn Experten über die Vogelgrippe und die drohende weltweite Epidemie reden, dann klingen die meisten von ihnen derart pessimistisch. Denn falls sich das Virus, dass Menschen ebenso befallen kann wie Vögel, so verändert, dass es von Mensch zu Mensch ansteckend ist, dann befürchten Wissenschaftler bis zu 7,5 Millionen Tote.

Die Vogelgrippe grassiert seit Dezember 2003 in Vietnam, Thailand und Kambodscha. Mehrere Millionen Hühner, Enten und Wachteln verendeten oder wurden getötet, um die Krankheit einzudämmen. Bisher allerdings erfolglos.

Nach Zahlen der WHO steckten sich bisher insgesamt 108 Menschen mit dem Virus an, 54 von ihnen starben an der Vogelgrippe. Und dabei sind die Zahlen nur deshalb so gering, weil sich die Betroffenen direkt bei erkrankten Vögeln angesteckt haben. Das Virus ist bisher noch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar - aber das könnte sich sehr schnell ändern.

Deshalb benötige die Region in den kommenden zwei Jahren rund 100 Millionen Dollar (83 Millionen Euro) für den Kampf gegen die Vogelgrippe, erklärte Joseph Domenech von der FAO. Bisher sei jedoch nur ein Zehntel dieses Betrages aufgebracht worden.

In Deutschland fordern Experten unterdessen, größere Mengen von so genannten antiviralen Medikamenten zu kaufen und einzulagern. Diese können den Verlauf einer Grippe wesentlich abschwächen. Wenn die weltweite Vogelgrippewelle kommt, wären diese Mittel in den ersten Monaten - solange es noch keinen wirksamen Impfstoff gibt - der einzige Schutz. Sie können den Ausbruch der Grippe zwar nicht verhindern, die Symptome jedoch abmildern.

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