Geiseldrama vor Somalia
Drei US-Schiffe auf Piratenkurs

Die US-Marine hat die vier somalischen Piraten trotz eines Aufgebots von mittlerweile drei Kriegsschiffen noch immer nicht zur Freilassung des verschleppten US-Kapitäns und der anderen rund 270 Geiseln bewegen können. Doch die Situation der Piraten verschlechtert sich: Inzwischen treiben sie ohne Treibstoff auf die Küste zu.

HB MOGADISCHU. Die Schiffe - darunter auch der Zerstörer USS Bainbridge - hielten am Sonntag Tuchfühlung zum dem hilflos im Meer treibenden Rettungsboot der Entführer. Wie US-Militärvertreter der Nachrichtenagentur Reuters sagten, hat das kleine Boot keinen Treibstoff mehr und triebt in Richtung Land. Möglicherweise hofften die Entführer darauf, die Küste zu erreichen, um dann zu Fuß mit ihrer Geisel fliehen zu können.

Die Seeräuber fordern zwei Mio. Dollar Lösegeld für Kapitän Richard Phillips und ihre eigene Sicherheit. Der 53-jährige ist eine von rund 270 Geiseln, die sich derzeit in den Händen von Piraten befinden. Erst am Samstag brachten sie einen unter italienischer Flagge fahrenden Schlepper mit 16 Besatzungsmitgliedern in ihre Gewalt.

In Somalia überflogen unterdessen offenbar zwei Hubschrauber etwa eine halbe Stunde lang die Piraten-Stadt Haradheere. Augenzeugen zufolge befanden sich in mindestens einem von ihnen Soldaten. Ihre Nationalität und ihr Auftrag blieben zunächst unklar. Einwohner Haradheeres gingen aber davon aus, dass die beiden Hubschrauber von amerikanischen oder anderen ausländischen Kriegsschiffen gestartet waren. "Wir dachten, es gibt heute morgen einen Luftangriff. Die Stadt ist voller Piraten", sagte der Augenzeuge Ahmed Haji Abdi.

Das Containerschiff von Kapitän Phillips, die am Mittwoch rund 500 Kilometer vor der Küste Somalias gekaperte Maersk Alabama, war am Samstag sicher in den kenianischen Hafen Mombasa eingelaufen. Seine zwanzig amerikanischen Besatzungsmitglieder hatten sich zuvor gegen die Angreifer gewehrt und konnten den Frachter wieder unter ihre Kontrolle bringen. Nur ihren Kapitän mussten sie gehen lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%