Geiselnahme in Syrien
Diakon erschossen, Bischöfe entführt

In der syrischen Provinz Aleppo sind ein Diakon erschossen und zwei Bischöfe entführt worden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz fordert die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.
  • 9

Aleppo/Istanbul/BerlinIn der syrischen Provinz Aleppo sind zwei Bischöfe entführt worden. Das syrisch-orthodoxe Patriarchat in der Hauptstadt Damaskus habe entsprechende Berichte bestätigt, erklärte der Bundesverband der Aramäer in Deutschland am Dienstag. Es handelt sich um den syrisch-orthodoxen Erzbischof von Aleppo, Gregorios Yohanna Ibrahim, und seinen griechisch-orthodoxen Amtsbruder Bulos Jasidschi aus derselben Stadt. Der Fahrer der Geistlichen, ein Diakon, sei von den Entführern getötet worden. Die Bischöfe sollen unverletzt geblieben sein.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und Daniyel Demir, der Vorsitzende des Bundesverbandes der Aramäer in Deutschland, verurteilten die Verschleppung der beiden Geistlichen aufs Schärfste und forderten ihre unverzügliche Freilassung. „Die internationale Staatengemeinschaft muss Syrien bewegen, endlich zu Verhandlungen zu kommen. Wir dürfen nicht tatenlos zusehen“, sagte Zollitsch der Nachrichtenagentur dpa. Demir erklärte: „Die Entführung dieser beiden hohen Würdenträger trifft die in Syrien noch ausharrenden Christen tief ins Mark und muss der internationalen Staatengemeinschaft ein Warnruf sein.“

Der Vorfall habe sich in einem von der Freien Syrischen Armee (FSA) kontrollierten Gebiet ereignet, berichtete der Bundesverband weiter. In Syrien wurde vermutet, dass die beiden Geistlichen von einer Brigade verschleppt wurden, der Ausländer angehören und die von Oppositionellen verdächtigt wird, heimlich mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad zusammenzuarbeiten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geiselnahme in Syrien: Diakon erschossen, Bischöfe entführt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Dem stimme ich zu. Das hat mit Assad und der Opposition nichts zu tun. Assad hat sogar die Inthronisierung des orthodoxen Patriachen geschützt. Gleichermasse die Opposition. Das sind Shiadisten aus Tschetschenien und Jordanien, die mit Waffen ausgestattet werden, um Christen zu ermorden und das Land im Chaos versinken zu lassen. Die Opposition distanziert sich auch von solchen Leuten. Nur hat das keiner mehr im Griff dort.

  • Das hat mit Assad und der Opposition nichts zu tun. Assad hat sogar die Inthronisierung des orthodoxen Patriachen geschützt. Gleichermasse die Opposition. Das sind Shiadisten aus Tschetschenien und Jordanien, die mit Waffen ausgestattet werden, um Christen zu ermorden und das Land im Chaos versinken zu lassen. Die Opposition distanziert sich auch von solchen Leuten. Nur hat das keiner mehr im Griff dort.

  • @ Popey
    Ja, das sehe ich genauso.
    Es ist eine Schande, wie die Christen in Syrien von der westlichen (christlichen) Welt im Stich gelassen und verraten werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%