Geislenahme kurz vor Ende
Regierung: Übergabe der Geiseln ist im Gang

Die Übergabe der 14 in der Sahara verschleppten Geiseln hat in Mali begonnen. „Wir befinden uns in der Endphase“, sagte Bela Anda, der Sprecher der Bundesregierung, am Montag in Berlin. Die seit sechs Monaten in der Wüste gefangenen Touristen sind jedoch noch nicht offiziell in deutscher Hand.

HB/dpa BAMAKO/BERLIN. Wie in Bamako bekannt wurde, ist eine Transall- Maschine der Bundeswehr im Ort Gao eingetroffen, um die Geiseln an Bord zu nehmen und in die malische Hauptstadt Bamako zu fliegen. Hier werden sie nicht vor 14 Uhr MESZ erwartet.

Ein erster Versuch der Übergabe war am Sonntag dem Vernehmen nach gescheitert. Die die Geiselnehmer und die 14 Männer und Frauen aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, die in weit entfernten Gruppen im Norden Malis verstreut waren, konnten den Weg zum Treffpunkt nicht vor Einbruch der Dunkelheit bewältigen. Die Geiseln sollten in Tessalit im Norden Malis zunächst ein malisches Flugzeug besteigen, das sie nach Gao zur deutschen Transall bringen soll.

Verläuft alles planmäßig, werden die Geiseln in Bamako vom Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Jürgen Chrobog, in Empfang genommen und ärztlich betreut werden. Der malische Präsident Amadou Toumani Touré, der als Vermittler eine wichtige Rolle hatte, will die Geiseln verabschieden. Von Bamako aus sollen sie dann „so schnell wie möglich“ in einem Airbus nach Deutschland gebracht werden. Die Verschleppten könnten nach rund sechs Stunden Flugzeit demnach bereits am Montagabend am Flughafen Köln/Bonn landen. Dort werden sie von ihren Angehörigen und Ärzten und Psychologen erwartet.

Nach einem Bericht der malischen Zeitung „L'independent“ sollen die einer radikal islamischen Gruppe aus Algerien angehörenden Entführer ein Lösegeld in Höhe von umgerechnet 4,6 Mill. € erhalten haben.

Insgesamt waren zuletzt neun Touristen aus Deutschland, vier Schweizer und ein Niederländer in der Hand der Entführer. Sie waren am 22. Februar und am 8. März gemeinsam mit anderen Europäern im algerischen Teil der Sahara verschleppt worden. 17 Geiseln wurden Mitte Mai in Algerien befreit. Eine Gefangene, die 46 Jahre alte Deutsche Michaela Spitzer, starb am 28. Juni an einem Hitzschlag.

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