Gericht verwies auf Religions- und Meinungsfreiheit
Pastor darf Schwule als Krebsgeschwulst bezeichnen

Das Oberlandesgericht im schwedischen Jönköping hat am Freitag den Pfarrer Åke Green vom Vorwurf der Hetze gegen Minderheiten freigesprochen. Green hatte Homosexualität als "Krebsgeschwulst am Körper unserer Gesellschaft“ bezeichnet.

HB STOCKHOLM. Mit dem Freispruch wurde eine frühere Verurteilung zu einem Monat Haft aufgehoben. Der 63-jährige Pastor der freikirchlichen Pfingstbewegung hatte in einer Predigt auf der Insel Öland Homosexualität und andere „abnorme“ sexuelle Neigungen als „Krebsgeschwulst am Körper unserer Gesellschaft“ bezeichnet.

Entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf sechs Monate Gefängnis entschied das Gericht auf Freispruch und verwies auf die Religions- und die Meinungsfreiheit. Green habe in der Predigt keine Hetze betreiben, sondern seine eigene Bibelauslegung vortragen wollen. Dabei müssten auch Ansichten erlaubt sein, die „einer Mehrheit der Bevölkerung fremd sind und provozierend wirken“. Der Fall hatte in Schweden auch wegen der massiven Unterstützung für den Pastor durch freikirchliche Demonstrationen erhebliches Aufsehen erregt.

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