Gerichtsurteil
Imker klagt gegen Gentechnik im Honig

Vor dem Europäischen Gerichtshof hat ein Imker erreicht, dass Honig keine Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten darf. Jetzt streitet er in Bayern weiter.
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MünchenGerichtssäle sind fast schon seine zweite Heimat: Der Hobbyimker Karl Heinz Bablok aus Kaisheim in Bayern kämpft seit Jahren gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Am Freitag muss sich nun erneut der Bayerische Verwaltungsgerichtshof mit einer Klage Babloks befassen (Az. 22 BV 11.2175.) Einen Etappensieg haben er und vier andere Imker schon erzielt: Im Herbst 2011 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Honig mit Spuren genveränderter Pflanzen ohne Lebensmittelzulassung nicht verkauft werden darf.

Jetzt wollen Bablok und das „Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik“ vor Gericht einen Schutzanspruch erreichen. Nach ihrer Ansicht muss der Freistaat dafür sorgen, dass ihr Honig vor einer Verunreinigung mit gentechnisch veränderten Pollen geschützt wird. Das Urteil dürfte bundesweit Signalwirkung haben.

„Sonst gehen wir in die nächste Instanz vors Bundesverwaltungsgericht“, sagt Imkermeister Thomas Radetzki, Vorstand des Vereins Mellifera und Initiator des Bündnisses. Müssten die Imker selbst dafür sorgen und nachweisen, dass ihr Honig sauber ist, bedeuteten schon die teuren Analysen für viele das Ende.

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  • Die Aussage, dass Honig keinen Pollen aus gentechnisch veränderten Pflanzen enthalten darf ist schlicht falsch. Nach dem EuGH-Urteil darf er bis zu 0,9% Pollen aus GV-Pflanzen aufweisen, die als voll umfänglich als Lebensmittel zugelassen sind. Solch ein Honig muss nicht einmal gekennzeichnet werden. Nicht erlaubt ist allerdings Pollen aus nicht als Lebenmittel zugelassenen Pflanzen, wie MON 810.
    Seltsam ist in unserem Rechtsstaat schon, dass man etwas bekämpft, was man nicht möchte und dann auch noch Schadenersatz für den Kampf vom Staat verlangt.
    KD. Jany, Linkenheim

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