Germanwings-Unglück Helikopter seilen Ermittler ab

Im kleinen Alpenort Seyne laufen die Ermittlungen nach dem Flugzeugabsturz auf Hochtouren. Ohne Pause kreisen die Hubschrauber über dem Unglücksort. Handelsblatt-Korrespondent Thomas Hanke ist vor Ort.
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In Seyne, am Unglücksort, kommen die Helikopter zur Aufklärung zum Einsatz. Quelle: AFP
Hubschraubereinsatz in Seyne

In Seyne, am Unglücksort, kommen die Helikopter zur Aufklärung zum Einsatz.

(Foto: AFP)

SeyneAm Tage nach dem Absturz des Germanwings-Airbus ist die erste Priorität der französischen Behörden die Versorgung der Opfer-Familien. „Alles was wir jetzt tun, dient vor allem dem Empfang und der Begleitung der Hinterbliebenen“, sagte Patricia Willaert, die Präfektin des Departements Alpes des Hautes Provences in Seyne, wo das Hauptquartier der Bergungsmannschaften ist. „Wir haben vier Gruppen für die psychologische Betreuung deutscher und spanischer Angehöriger sowie Dolmetscher.“ Insgesamt seien dafür 40 Personen abgestellt. „Wir stehen zu ihrer Verfügung, so viele Tage, wie sie es wünschen.“ Für die Unterbringung stünden 900 Betten in Hotels und privaten Unterkünften bereit.

Allen sei bewusst, was die Familien der Opfer des Absturzes nun durchmachen müssen. „Wir wollen ihnen beistehen, so gut es geht“, versicherte Willaert. Die Unfallstelle könne nicht zugänglich gemacht werden. Die Hinterbliebenen sollen aber so nah wie möglich herangebracht werden, um dort um ihre Verstorbenen trauern zu können.

Augenzeugen: „Ich dachte sofort, dass es abstürzen würde“

Der Staatsanwalt Brice Robin aus Marseille, der die Untersuchungen leitet, sieht vor allem die rasche Identifizierung der Toten als seine Aufgabe. Man beginne bereits mit den entsprechenden Arbeiten. Das werde allerdings „mehrere Wochen dauern“.

Gleichzeitig gingen die Ermittlungen über die Ursache des Absturzes weiter. „Wir haben ein Rechtshilfegesuch an die deutschen und spanischen Behörden gerichtet, wir möchten erfahren, wie die Maschine gewartet wurde, in welchem Zustand sie den Flug angetreten hat, wie die Passagiere und das Gepäck kontrolliert wurden.“ Das ist ein Hinweis darauf, dass die Behörden in alle Richtungen ermitteln. Ein Anschlag ist demnach noch nicht ausgeschlossen, auch wenn niemand dieses Wort in den Mund nimmt.

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„Die Ursache des Absturzes ist noch völlig offen“
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