Gespräch in Rom
Papst empfing Vatikankritiker Hans Küng

Papst Benedikt XVI. ist überraschend mit dem prominenten Vatikankritiker Hans Küng zusammengetroffen. Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. hatte dem Theologen 1979 die Lehrerlaubnis entzogen.

HB ROM. Das Treffen habe bereits am Samstag stattgefunden, teilte Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls am Montag in Rom mit. Das Gespräch sei "in freundschaftlicher Atmosphäre" verlaufen, allerdings habe man keinerlei Glaubensfragen angesprochen.

Dem in Tübingen lebenden Schweizer Theologen hatte die Deutsche Bischofskonferenz 1979 auf Anordnung von Papst Johannes Paul II. die Lehrerlaubnis entzogen. Küng hat in seinen Publikationen unter anderem die von der Kirche zum Dogma erhobenen Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubens- und Sittenfragen kritisiert. Später attackierte er römischen Zentralismus etwa bei Bischofsernennungen weitgehend über den Willen der Ortskirchen hinweg. Bis zu seiner Emeritierung 1996 blieb er jedoch Professor an der Universität Tübingen und katholischer Priester.

Der Vatikansprecher betonte den persönlichen Charakter des Treffens der beiden Theologen, die sich bereits aus der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) kennen: "Beide Seiten waren sich einig, dass es nicht sinnvoll sei, im Rahmen dieser Begegnung in einen Disput über die Lehrfragen einzutreten, die zwischen Hans Küng und dem Lehramt der katholischen Kirche bestehen." Der Schweizer Kirchenkritiker (77) hatte sich im April enttäuscht über die Wahl des früheren Kardinals Joseph Ratzinger (78) zum Papst geäußert.

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