Gesundheit
Masern auf dem Vormarch

Die Zahl der Masernerkrankungen in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts deutlich gestiegen. Besonders drastisch ist die Entwicklung in Hamburg. Hier wurden seit Anfang des Jahres 101 Fälle gemeldet, mehr als in allen Jahren seit der 2001 eingeführten Meldepflicht zusammen.

HB HAMBURG. Dies berichtete die Gesundheitsbehörde der Hansestadt: "Das ist eine deutlich alarmierende Zahl", sagte ein Behördensprecher. "Es gibt noch kein Anzeichen, dass es vorbei ist." Der einzige wirksame Schutz sei eine Impfung. Noch habe keine Schule geschlossen werden müssen, aber es seien überall diverse Schutzmaßnahmen getroffen worden. So seien von allen Kindern an den betroffenen Schulen die Impfausweise kontrolliert und die Menschen zum Impfen aufgefordert worden. Sollte jemand mit Verdacht auf Masern zum Arzt gehen, sei es wichtig, dass er nicht im Wartezimmer weitere Menschen anstecke, sondern isoliert behandelt werde.

Auch in Nordrhein-Westfalen sind die bisherigen Zahlen in diesem Jahr laut Robert-Koch-Institut (RKI) verhältnismäßig hoch: Bis Mitte Februar seien 28 Fälle gemeldet worden, im gesamtem Vorjahr seien es 50 gewesen, sagte eine Sprecherin. 2006 gab es in NRW eine schlimme Epidemie mit mehr als 1 700 Fällen. Masern sind nicht nur hochansteckend, sondern können auch gefährliche Komplikationen zur Folge haben, wie Lungenentzündung, Gehirnentzündung und in seltenen Fällen Tod.

Das RKI macht für den bundesweiten Anstieg der Masernerkrankungen eine immer noch unzureichende Durchimpfung der Bevölkerung verantwortlich. Die Impfquoten seien in den vergangenen Jahren zwar stetig gestiegen, lägen aber immer noch auf einem unzureichenden Niveau, erklärte das Institut. So hätten 2007 von den Schulanfängern 95 Prozent an der ersten und 87,6 Prozent an der zweiten Masernimpfung teilgenommen.

Problematischer sei die Situation bei den Jugendlichen. Hier verfüge etwa ein Viertel über keinen ausreichenden Impfschutz. Das Institut betont, dass auch im Kleinkindalter verpasste Impfungen später noch nachgeholt werden können. Auch noch wenige Tage nach dem Kontakt zum Erreger sei eine Impfung möglich.

In vielen Bundesländern gibt es laut RKI gute Ansätze, wie die 2008 in Nordrhein-Westfalen begonnene Impfkampagne bei Schülern. Erfolge zeigten auch der sogenannte Impf-Recall, mit dem das Gesundheitsamt im bayerischen Pfaffenhofen die Eltern von Schulanfängern an fällige Impftermine erinnerte, und ein Migrationsprojekt des Gesundheitsamtes im niedersächsischen Stade.

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