Gesundheit
WHO erklärt Schweinegrippe zur Pandemie

Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO verhängte jetzt die höchste Warnstufe für eine Pandemie. Das passierte das letzte Mal vor 41 Jahren. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Fälle.

GENF. Über die nun gültige höchste Alarmstufe informierte das schwedische Sozialministerium am Donnerstag in Stockholm. „Die Lage ist nicht alarmierend. Aber wir halten es für wichtig, dass die Öffentlichkeit so schnell wie möglich informiert wird“, sagte die schwedische Gesundheitsministerin Maria Larsson. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan kündigte für den Abend eine Pressekonferenz an.

Zuvor war in Genf der Notfall-Ausschuss der WHO mit Krisenexperten zusammengetreten. Mit der Entscheidung gilt die Schweinegrippe als Epidemie von weltweitem Ausmaß. Für Deutschland ändert sich nach Auskunft des Robert Koch-Instituts (RKI) zunächst jedoch nichts. „Im Moment haben wir eine Situation, in der wir eine überschaubare Zahl von Erkrankungen haben“, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher in Berlin. In Deutschland gebe es bereits die von der WHO in Alarmphase 6 geforderten Strukturen und Expertengespräche. Auch Bund und Länder stimmten sich bereits regelmäßig ab.

Am Mittwoch hatte Chan mit Vertretern von acht Ländern konferiert, in denen das Virus verstärkt auftritt, darunter auch Australien, wo es mittlerweile mehr als 1200 Fälle gibt. Das Virus breitet sich nach Ansicht von Experten inzwischen auf mehr als einem Kontinent durch Übertragung von Mensch zu Mensch aus - das ist die Voraussetzung für die Ausrufung der höchsten Pandemie-Alarmstufe. Stufe 6 des Pandemie- Alarmplans ist damit zu ersten Mal ausgerufen worden. Der Plan gilt nur für neue Erreger und nicht für die gewöhnliche jährliche Grippewelle. Zuletzt hatte es 1968 eine Grippepandemie gegeben. Der WHO-Alarmplan existierte damals aber noch nicht.

Derzeit hat die WHO rund 28 000 Infektionen mit dem neuen H1N1- Grippevirus in 74 Ländern registriert. 141 dieser Erkrankten sind gestorben. Mit der höchsten Alarmstufe fordert die WHO alle Mitgliedsländer auf, ihre Gesundheitssysteme auf eine intensive Bekämpfung der Grippe umstellen. Auch sollen Impfstoffe verstärkt produziert und gelagert werden.

In Deutschland sind mehr als 30 Kinder der Japanischen Schule in Düsseldorf an der Schweinegrippe erkrankt. Bisher seien 32 Schüler positiv auf die neue Influenza gestestet worden, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes, Heiko Schneitler, am Donnerstag. Der Großteil hat sich vermutlich bei einer Klassenfahrt angesteckt. Auch in anderen Bundesländern gab es neue Fälle von Schweinegrippe.

Schneitler sagte, die Zahl infizierter Kinder könne weiter steigen, da noch nicht alle Tests ausgewertet seien. Die infizierten Kinder und ihre Familien befänden sich in häuslicher Quarantäne. Ganz überwiegend handele es sich um leichtere Krankheitsverläufe.

Die Schule, die von rund 560 Kindern besucht wird, war bereits am Dienstag bis Ende nächster Woche vorsorglich geschlossen worden. Nach den bisherigen Ermittlungen gab es gleich zwei verschiedene Infektionswege, die zum bisher größten Ausbruch der Schweinegrippe in Deutschland führten. Rund 25 Schüler hätten sich offenbar in der vergangenen Woche auf einer Klassenfahrt nach Kassel, Erfurt, Eisenach und Weimar infiziert, möglicherweise in einer Jugendherberge. Ein anderer Schüler habe sich offenbar im Urlaub auf der Mittelmeerinsel Gozo angesteckt und dann in der Schule mehrere Mitschüler infiziert, sagte Schneitler. Auch der Vater dieses Kindes sei positiv getestet worden. Lehrer der Schule seien dagegen nicht erkrankt.

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