Gewerkschaft der Polizei
„Es wird weitere Nachahmungstäter geben“

In München wurde eine weitere Person festgenommen, die im Internet einen Amoklauf angekündigt hatte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) rechnet nach dem angedrohten Amoklauf in Baden-Württemberg mit weiteren Nachahmungstätern. Das lasse sich nicht verhindern, sagte GdP-Chef Freiberg.

HB DÜSSELDORF. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, hat die Reaktion auf den angekündigten Amoklauf in Baden-Württemberg verteidigt. Es sei richtig, verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit zu fordern. „Das hier ein Hinweis eingegangen ist, ja schon ein gutes Zeichen“, sagte Freiberg.

Der baden- württembergische GdP-Landesvorsitzende Josef Schneider hatte zuvor kritisiert: „Das hätte man so in der Öffentlichkeit nicht diskutieren dürfen“. Zwischen Panikmache und notwendiger Warnung vor einer ernsthaften Bedrohungslage zu unterscheiden, sei immer eine Gratwanderung erklärte Freiberg. Ob die Reaktionen der Schulen im einzelnen richtig waren, müsse nun geprüft werden.

Die Polizei hat in München einen 21-Jährigen festgenommen, der im Internet einen Amoklauf in seiner Arbeitsstätte angekündigt hatte. Der Tunesier habe nach anfänglichem Leugnen die Drohung gestanden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Er habe aber nach eigenen Angaben nie die Absicht gehabt, seine Ankündigung umzusetzen. Zudem besitze er keine Waffe. Als Motiv habe der Arbeitslose Langeweile angegeben.

Der in München aufgewachsene Mann aus Oberföhring habe seine E-Mails, in denen er Sympathien für den Amokläufer von Emdstetten ausgesprochen habe, von öffentlich zugänglichen Internetanschlüssen versandt, berichtete die Polizei nach der Festnahme vom Montag.

„Es wird weitere Nachahmungstäter geben“, befürchtet Freiberg. Das lasse sich auch nicht verhindern. Er fordert weiterhin eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit, auch wenn dadurch das Risiko von Mißbrauch und Fehlmeldungen steige. Freiberg warnte auch davor, sich zu sehr auf ein Verbot sogenannter Killerspiele zu konzentrieren: „Das ist nur eine Facette des Problems, die Ursachen liegen tiefer.“

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