Gewitter, Hagel, Tornado

Extreme Wetterphänomene nach Hitzeperioden

In einem Moment brütet man noch in der Sonne, im nächsten fallen eiskalte Hagelkörnchen vom Himmel. Eine Hitzeperiode endet häufig krachend, Abkühlung geht mit heftigen Unwettern einher. Woran liegt das eigentlich?
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Auf mehrere Hitzetage folgen häufig extreme Wetterphänomene – wie Hagel, Gewitterstürme oder sogar Tornados. Quelle: dpa
Nach Sonne kommt Regen

Auf mehrere Hitzetage folgen häufig extreme Wetterphänomene – wie Hagel, Gewitterstürme oder sogar Tornados.

(Foto: dpa)

BerlinNach der Hitze der vergangenen Tage drohen Prognosen zufolge Tornados und Hagelstürme. Hitzeperioden enden häufig mit Wind und Starkregen – so soll es vielerorts auch am Dienstag sein, wie der Deutsche Wetterdienst warnt. Das liegt daran, dass die vorhandene Luft sehr schwül und heiß ist. Ein Gewitter entsteht etwa, wenn stark unterschiedlich warme Luftmassen aufeinandertreffen.

Die aufziehende Kaltfront bringt kältere Luft mit sich. Dieses Ungleichgewicht zwischen warmer und kalter Luft muss ausgeglichen werden. Feuchtwarme Luft steigt nach oben, kondensiert und bildet eine Gewitterwolke. In der Wolke baut sich ein immer größer werdendes elektrisches Spannungsfeld auf, das sich durch eine Art Kurzschluss – einen Blitz – wieder entlädt.

Wo die Hitze zum Problem wird
Hitzewelle in Deutschland
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Das extreme Wetter macht Mensch und Natur zunehmend zu schaffen. An der Uniklinik Mainz zum Beispiel wird befürchtet, dass mit jedem weiteren Hitzetag mehr Menschen in die Notaufnahme eingeliefert werden. Mit akuten Kreislaufproblemen kämpften vor allem alte Menschen. Am Donnerstag versorgte die Klinik schon fünf Notfälle, darunter einen völlig ausgetrockneten Mann, der zeitweise auf der Intensivstation behandelt werden musste.

Auswirkungen auf die Gesundheit
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„Die Kollegen sind für weitere Einsätze gewappnet“, sagte ein Sprecher der Klinik. Infusionen und Kühldecken stünden bereit. Laut einer Studie steigt nach dem dritten Tag einer Hitzewelle die Zahl der Menschen, die in der Notaufnahme medizinisch betreut werden müssten.

Hitze weicht Straße auf
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Die Gluthitze kann zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden und verursacht Schäden an Autobahnen. Vorfälle gab es aktuell etwa auf der A7 in Hamburg und auf der A5 bei Heidelberg. „Der Asphalt reagiert auf die Hitze und je heißer es wird, desto weicher werden die Fahrbahnen“, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. Der ADAC warnte, Autobahnen und Landstraßen könnten aufbrechen oder es entstünden Dellen. Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig fahren und den Sicherheitsabstand vergrößern.

Straßenschäden durch große Hitze
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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will verstärkt Autobahnen überwachen. Er habe einen Aktionsplan gegen Hitzeschäden auf den Autobahnen aufgelegt, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups - aufgeplatzte Straßenabschnitte - am höchsten sei. „Alle Schäden werden umgehend repariert.“

Klimaanlage fällt aus
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Bei der Bahn fielen Klimaanlagen aus. Die Deutsche Bahn will für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereitstellen. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, teilte ein Bahnsprecher mit. Bei etwa einem Dutzend Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen am Donnerstag ihre Arbeit eingestellt. Insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste mussten deshalb in Osnabrück umsteigen und mit anderen Zügen weiterfahren. Manche Intercity-Waggons auf der Strecke sind mehr als 30 Jahre alt.

Badeunfälle
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Allein in Nordrhein-Westfalen wurden in den vergangenen Tagen vier Tote nach Badeunfällen gezählt, am Donnerstag ein 20-Jähriger an einem See in Leverkusen. In Mecklenburg-Vorpommern bereiten sich die Rettungsschwimmer auf einen großen Ansturm von Badegästen an der Ostseeküste vor. Alle Haupttürme und die wichtigsten Nebentürme seien besetzt, sagte die DLRG-Einsatzleiterin. „Niemand muss in einem unbewachten Strandbereich baden gehen.“

Hoher Wasserverbrauch
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In einigen Regionen droht Wasserknappheit. Nach einem Versorgungsengpass wegen Hitze und Trockenheit hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die Verbraucher aufgefordert, Leitungswasser sparsam zu verwenden. Der Verband bat die Kunden, auf unnötiges Rasensprengen zu verzichten und Wasser in Pools nicht vorschnell auszutauschen.

Diese Gewitter gehen häufig mit Hagel einher. Der entsteht, wenn in Gewitterwolken heftige Aufwinde kleine Wassertröpfchen nach oben wirbeln. Die Gewitterwolken sind sehr hochreichend, deshalb gefrieren die Wassertröpfchen. Sie fallen und steigen wieder auf. Je größer die Gewitterwolke und je stärker die Aufwinde, desto häufiger wiederholt sich dieser Vorgang, bis die Eisklumpen schließlich so groß sind, dass sie der Aufwind nicht mehr trägt und sie zu Boden fallen.

Auch Tornados sind diesmal örtlich möglich, wie der Wetterdienst warnt. Sie entstehen durch die großen Luftdruckunterschiede, die die Atmosphäre auszugleichen versucht. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht. Für solche Wetterphänomene ist die vorhandene Luft verantwortlich. Während Hitzeperioden ist sie sehr energiereich. Kalte Luft ist hingegen viel weniger energiereich. Deshalb gibt es bei einem Temperaturwandel von kalt auf warm in der Regel keine heftigen Stürme.

So gefährlich ist die Sommerhitze

  • dpa
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