Gigolo-Affäre
Klatten-Erpressung: Anklage noch in diesem Jahr

Der Mann, der die Münchner Quandt-Erbin Susanne Klatten mit Fotos und Videos von einem gemeinsamen Liebesabenteuer erpresst haben soll, wird wahrscheinlich noch vor Weihnachten angeklagt. Das teilte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Montag in München mit.

HB MÜNCHEN. Klatten, die als reichste Frau Deutschlands gilt, hatte sich mehrmals mit dem Schweizer in Hotels getroffen. Die BMW-Großaktionärin und verheiratete Mutter dreier Kinder reagierte mit einer Strafanzeige. Der Prozess soll im nächsten Jahr vor dem Landgericht München I stattfinden.

Der Sprecher der Quandt-Erbin, Jörg Appelhans, bestätigte, dass die verheiratete 46-jährige Mutter von drei Kindern mit kompromittierenden Bildern von Treffen mit einem Schweizer unter Druck gesetzt wurde. "Die Erpressungen mit Bildern von gemeinsamen Begegnungen haben im Herbst 2007 begonnen. Zunächst forderte der Erpresser ein Darlehen über mehrere Millionen Euro, später versuchte der Täter eine weit höhere Summe zu erpressen." Daraufhin sei Susanne Klatten "ohne Rücksicht auf die für sie unangenehmen öffentlichen Folgen" zur Polizei gegangen. Sie soll ihrem früheren Geliebten Medienberichten zufolge 7,5 Mio. Euro gezahlt haben. Später soll er noch einmal 40 Mio. Euro gefordert haben, damit die Aufnahmen von den Treffen unter Verschluss bleiben. Die Affäre zwischen der reichsten Frau Deutschlands und dem Gigolo dauerte demnach nur kurz. Im Sommer 2007 sollen sie sich in einer Hotelbar kennengelernt und in den folgenden Wochen oft in Hotels in und um München getroffen haben. Sein italienischer Komplize soll sich bei den Treffen in einem Nebenzimmer der Hotels einquartiert und von dort gefilmt haben. Er wurde in Italien festgenommen. Auf den 63-Jährigen wartet nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft dort ein Verfahren.

"Frau Klatten möchte ihren Respekt vor der professionellen Arbeit der Ermittlungsbehörden zum Ausdruck bringen. Frau Klatten hat diese Arbeit umfassend unterstützt", erklärte der Sprecher. Sie habe die volle Unterstützung ihrer Angehörigen.

Der 43 Jahre alte tatverdächtige Schweizer wurde bereits im Januar in Österreich festgenommen. Seit März sitzt er in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen Erpressung und Betrugs eine mehrjährige Haftstrafe.

Susanne Klatten ist die Tochter von Herbert Quandt und dessen dritter Frau Johanna. Mit dem Tod des Vaters 1982 erbte Klatten gemeinsam mit ihrem Bruder Stefan einen Großteil des Vermögens der Industriellenfamilie Quandt. Heute ist Klatten Großaktionärin von BMW, an deren Wertpapieren sie zusammen mit Mutter Johanna und Bruder Stefan 46,6 Prozent hält, zudem ist sie Hauptaktionärin des Chemie- Unternehmens Altana.

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