Girl's Day
Die Selbstwert-Falle

Ein mathematisches Weib ist wider die Natur - diese vor über 100 Jahren geäußerte Ansicht des Leipziger Neurologen Paul Möbius scheint noch immer in vielen Köpfen herumzuspuken. Doch die Tatsache, dass die Schlüsseldisziplin für Technik und Naturwissenschaften noch immer von Männern dominiert wird, hat keine geschlechtsspezifischen Ursachen. Aktuelle Untersuchungen zeigen den wahren Grund auf.

„Wir haben das Jahr der Mathematik. Die Mädchen können so lange was malen.“ Die Karikatur im Berliner Stadtmagazin „Zitty“ greift ein uraltes Klischee auf: Die Disziplin von Gauß und Hilbert ist Männersache. Auch wenn heute sicher niemand mehr die im Jahr 1900 geäußerte Ansicht des Leipziger Neurologen Paul Möbius teilen möchte, „dass ein mathematisches Weib wider die Natur sei“ – ganz verschwunden ist das Vorurteil nicht.

Dabei sind Mädchen genauso gut in Mathematik wie Jungen, sie trauen sich bloß weniger zu. Die Schlüsseldisziplin für Technik und Naturwissenschaften wird deshalb weitgehend von Männern geprägt. Initiativen wie der „Girls’ Day“, der heute stattfindet, wollen über Jahrhunderte tradierte Geschlechterklischees durchbrechen und Mädchen für technische Berufe begeistern. Doch der Erfolg stellt sich nur sehr langsam ein.

„Manche Lehrer denken noch heute, Mädchen können das nicht. Das ist eigentlich gar nicht zu glauben“, sagt Sylvia Jahnke-Klein. Die Dozentin für Schulpädagogik an der Universität Oldenburg erforscht seit Jahren die Situation von Schülerinnen im Mathematik-Unterricht. Dass diese es nicht immer leicht haben, bestätigten auch Bildungsstudien wie Pisa und Timss, denen zufolge Mädchen bei den Tests der mathematischen Kompetenz hinter den Jungen zurückfallen. Im Bereich Problemlösen allerdings – einer mit mathematischen Fragen eng verknüpften Fähigkeit – hatten in der 2003 veröffentlichten Pisa-Studie mit Schwerpunkt Mathematik die Mädchen die Nase vorn.

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