Gläubige sagen Johannes Paul II. Lebewohl
Hetze vorm aufgebahrten Papst

Tausende Gläubige aus aller Welt haben dem im Petersdom in Rom aufgebahrten Papst bereits die letzte Ehre erwiesen. Wegen des großen Andrangs blieb das Gotteshaus in der Nacht zum Dienstag länger geöffnet als geplant.

HB ROM. Hunderttausende hatten sich seit dem Abend auf dem Petersplatz eingefunden und in kilometerlangen Schlangen vor den Pforten des Doms auf Einlass gewartet. Das italienische Fernsehen berichtete von bis zu 400 000 Menschen. Papst Johannes Paul II. ist seit Montagabend im roten Messgewand vor dem Hauptaltar des Petersdoms aufgebahrt. Er hat den Bischofsstab in seiner Armbeuge, in seinen Händen liegt ein Rosenkranz.

Viele Gläubige hatten stundenlang, einige auch den ganzen Tag gewartet, um einen letzten Blick auf das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zu werfen. „Als ich zu ihm durch den Dom ging, der so groß und grandios ist, war es, als ob ich in den Himmel gehe, zu einem Heiligen“, sagte Schwester Maximina Semita aus Mexiko. Sie hatte acht Stunden ausgeharrt, um dem Papst die letzte Ehrerbietung zu erweisen.

Den Menschen im Petersdom blieb nicht lange Zeit, sich von Johannes Paul II. zu verabschieden. Sie wurden am Leichnam vorbeigeführt, durften dort aber nicht verweilen. Viele Gläubige empfanden aber auch einen nur kurzen Blick auf den Papst als unvergessliches Erlebnis. „Es war ein einzigartiger Moment“, sagte eine Portugiesin, die in Rom lebt. „Ich habe gefühlt, dass wir alle eine Familie sind. Er war ein Vater für alle von uns.“

In einer bewegenden Prozession war Johannes Paul II. in der Abenddämmerung vom Apostolischen Palast in den Petersdom gebracht worden. Tausende Menschen versammelten sich zum letzten Weg des Papstes über den Petersplatz. Hier fuhr er einst mit seinem Papamobil durch die jubelnde Menge, hier wurde er bei einem Attentat 1981 lebensgefährlich verletzt.

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