Görlitz: Sächsischer Amtsrichter schickt Schulschwänzerin in Arrest

Görlitz
Sächsischer Amtsrichter schickt Schulschwänzerin in Arrest

Kein Pardon: Eine Schulschwänzerin aus dem sächsischen Görlitz muss für zwei Wochen in den Jugendarrest. Amtsrichter Andreas Pech reagiert damit auf den anhaltende Weigerung der heute 16-Jährigen, wegen ihrer Schwänzerei Arbeitsstunden abzuleisten.

HB GÖRLITZ. Pech sagte am Donnerstag: „Die Strafe bleibt, wie sie ist. Das ist eine Erziehungsmaßnahme.“ Der Schülerin müsse klargemacht werden, dass ihr massives Schulschwänzen kein Kavaliersdelikt sei. „Unterricht bleibt Unterricht. Da gibt es kein Pardon mehr.“

Am Mittwoch hatte die Mutter des Mädchens erklärt, ihre Tochter wolle nun anstelle des Arrestes doch lieber die zuvor verhängten Arbeitsstunden leisten. „Wir sind hier nicht bei der Sendung 'Wünsch Dir was'“, erwiderte Pech. „Der Arrest ist ausgesprochen und Punkt. Irgendwann ist Schluss.“

Nach einer Auflistung des Ordnungsamtes hat das Mädchen im Schuljahr 2005/2006 mehr als drei Wochen unentschuldigt gefehlt. Daraufhin verhängte die Behörde gegen die damals 15-Jährige drei Bußgelder. Am Ende belief sich die Summe den Angaben zufolge auf mehrere Hundert Euro.

Der Amtsrichter: „Die Schülerin hat dann selbst den Antrag gestellt, das Bußgeld in Arbeitsstunden umzuwandeln. Ich habe die 37 Stunden so gestaffelt, dass sie problemlos in den Sommer- und Herbstferien abzuleisten waren.“ Das Mädchen habe später noch um eine Verlegung gebeten, aber auch danach keine Stunden geleistet.

Daraufhin wurde die Schwänzerei ein Fall fürs Gericht. „Der Jugendarrest war das letzte Mittel. Alles andere war ausgeschöpft“, betonte Pech. Der Richter hat nach eigenem Bekunden 2006 bereits zwei einwöchige Arreststrafen wegen Schulschwänzens verhängt.

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