Gotteshaus ist Symbol für den Frieden
60 000 feierten Weihe der Frauenkirche

Mit der Weihe der wiederaufgebauten Frauenkirche hat Dresden eine Botschaft für Frieden und Völkerverständigung in alle Welt gesandt. Während des Gottesdienstes hatten viele Menschen auf dem Platz vor der Kirche Tränen in den Augen.

HB DRESDEN. Bundespräsident Horst Köhler würdigte in seiner Festansprache den Wiederaufbau als Symbol für den Gemeinsinn der Bürger und die Aussöhnung zwischen den Menschen in aller Welt. An dem Festgottesdienst nahmen zahlreiche Ehrengäste teil, darunter der Herzog von Kent als Vertreter des britischen Königshauses. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder, seine designierte Nachfolgerin Angela Merkel und die Botschafter der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs waren anwesend. Rund 60 000 Menschen verfolgten vor der Kirche die Zeremonie.

Köhler sagte in einem Festakt unmittelbar nach der Weihe, die Dresdner Frauenkirche stehe für die Kraft der Versöhnung und verbinde weltweit Menschen. „Menschen, die Völkerverständigung Wirklichkeit werden ließen und wollen, dass es nie wieder Krieg gibt - nicht in Europa und nicht anderswo auf der Welt.“ Zugleich nannte er den Wiederaufbau der kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörten Kirche ein Symbol für den Gemeinsinn der Bürger, für Zuversicht und Optimismus. „Wer die Zuversicht verloren hat, der gewinnt sie wieder beim Anblick der wieder erstandenen Frauenkirche“, sagte der Bundespräsident. Das sei besonders wichtig in einer Zeit, in der viele Menschen Angst vor der Zukunft hätten.

Während des Gottesdienstes hatten viele Menschen auf dem Platz vor der Kirche Tränen in den Augen. Begonnen hatte die Zeremonie unter dem Geläut der acht Frauenkirchen-Glocken mit dem Einzug der Mitwirkenden. Schülerinnen und Schüler der Internationalen Schule Dresden trugen dabei Altarkreuz und Bibel sowie Taufschale mit Taufkanne in die Kirche. Bei der anschließenden feierlichen Weihe der Kirche sprachen sichtlich bewegt zwei ältere Dresdnerinnen die Gebete. Die eine war 1919 in der Frauenkirche getauft, 1934 in ihr konfirmiert und 1944 getraut worden.

In seiner Predigt nannte Landesbischof Jochen Bohl den Wiederaufbau ein mutiges Unternehmen. Er erinnerte daran, dass die Realität zunächst gegen ein solches Projekt gesprochen habe und verglich den Wiederaufbau mit einem winzigen Senfkorn, das, wenn es aufgeht, größer wird und Zweige treibt. Der Wiederaufbau zeige, dass aus Feindschaft eine versöhnte Gemeinschaft wachsen könne und Frieden möglich werde. Ausdrücklich dankte er den Spendern in aller Welt, die zum Wiederaufbau beigetragen hatten. „Die Frauenkirche ist als Werk der Versöhnung und Mahnung zum Frieden wieder erstanden“, sagte er. Sie rufe alle Menschen zum Frieden auf.

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