Gouverneur geht
Massengräber, vermisste Studenten und Drogenkartelle in Mexiko

Nachdem in Mexiko 43 Studenten verschwunden waren, gab es heftige Proteste von der Bevölkerung. Der Gouverneur verlässt nun seinen Posten – der Polizeichef ist auf der Flucht. Die grausamen Verhältnisse in Mexiko.
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Mexiko-StadtNach der Protestwelle wegen der Verschleppung Dutzender Studenten und dem Fund von Massengräbern im mexikanischen Bundesstaat Guerrero lässt dessen Gouverneur sein Amt ruhen. Er lasse sich beurlauben, sagte Angel Aguirre am Donnerstag. Ein Rücktritt ist rechtlich nicht möglich. Über seine Nachfolge muss das Parlament des Staates entscheiden.

Das Verschwinden der 43 Studenten in der Stadt Iguala nach Zusammenstößen mit der Polizei am 26. September und die Entdeckung von Massengräbern hatten den 58-jährigen Aguirre immer mehr unter Druck gesetzt. Nach Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft sollen Polizisten bei den Zusammenstößen einen Studenten erschossen und in enger Zusammenarbeit mit einer lokalen Drogengang die anderen verschleppt haben.

Seitdem wurden Dutzende Leichen in Massengräbern in den Bergen um Iguala gefunden. Ob es sich dabei um die Studenten handelt, ist noch unklar. Hinter ihrer Verschleppung sollen auch der Bürgermeister der Stadt, Jose Luis Abarca, dessen Frau und der Polizeichef stecken. Abarca ist auf der Flucht.

Die Ereignisse von Iguala sind allerdings nur das bislang letzte Glied einer Kette von Anschlagen, Morden und Massengräbern in Mexiko. Nach wie vor haben kriminelle Gangs und Drogenkartelle in vielen Gebieten das Heft in der Hand. Die staatliche Kampagne zur Durchsetzung von Recht und Gesetz hat sich seit 2007 zu einem Krieg gegen die Organisierte Kriminalität entwickelt, dem bislang rund 100.000 Menschenleben zum Opfer fielen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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