Grevenbroich
Montagefehler soll Auslöser von Kraftwerksunfall sein

Der schwere Unfall auf der Baustelle eines neuen Kraftwerksblocks im rheinischen Grevenbroich-Neurath ist nach Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft auf einen Montagefehler zurückzuführen. Unterdessen haben die Behörden die Identität der drei Todesopfer bekannt gegeben.

HB GREVENBROICH. Wie die Berufsgenossenschaft als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung am Freitag mitteilte, war auf der Baustelle ein etwa 100 Tonnen schweres Bauteil des Kesselgerüsts am Donnerstag in die Tiefe gestürzt und hatte drei Stahlbaumonteure unter sich begraben. Ersten Ermittlungen zufolge habe ein Montagefehler beim Kesselbau in 160 m Höhe vorgelegen.

Wie die Behörden am Freitag mitteilten, handelt es sich bei den Todesopfern um zwei slowakische und einen tschechischen Monteur. Die fünf Verletzten Monteure stammten ebenfalls aus Tschechien und aus der Slowakei. Zudem habe ein Sanitäter beim Rettungseinsatz einen Herzinfarkt erlitten. Die zunächst mit fünf Toten angegebene Zahl der Opfer wurde bei als „Übermittlungsfehler“ dargestellt. Dieser sei in der Hektik des Einsatz geschehen, sagte ein Behördensprecher.

Die Bergung der Toten gestaltete sich wegen ungesicherter Stahlteile sehr schwierig. Einer hing auch mehr als 20 Stunden nach dem Unglück noch in seinem Sicherungsgeschirr in 140 Metern Höhe, ein weiterer in 70 Metern. Der dritte getötete Monteur wurde unter Trümmerteilen begraben. Polizei-Einsatzleiter Rolf-Pete Hoppe ergänzte, nun müsse geklärt werden, ob es ein reiner Unglücksfall oder menschliches Versagen und damit fahrlässige Tötung gewesen sei.

Der Stromkonzern RWE errichtet in Grevenbroich-Neurath zwei neue Kraftwerksblöcke. Der Energieriese investiert ungefähr 2,2 Milliarden Euro in die Anlage, die mit Braunkohle betrieben wird. Einem Sprecher zufolge arbeiten insgesamt etwa 1 000 Menschen auf der Großbaustelle. Der Essener Energiekonzern hatte 2006 mit dem Bau des 2 200-Megawatt-Doppelblocks begonnen. 2009 soll das neue Kraftwerk ans Netz gehen.

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