Größer, höher, luxuriöser
Der Gigantismus der Kreuzfahrtbranche

Die Costa Concordia hat mit 17 Stockwerken nur eines weniger als das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Mit den Megalinern wurde die Kreuzfahrt für Otto Normalverbraucher erschwinglich - die Evakuierung aber schwieriger.
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Düsseldorf/HamburgDie Reise auf der „Costa Concordia" oder der „Oasis of the Sea", dem größten Kreuzfahrtschiff der Welt, ist für viele der Urlaubstraum schlechthin.

Die modernen Schiffe bieten allen erdenklichen Komfort, All-Inclusive-Verpflegung und Fünf-Sterne-Leistungen. Auf der Oasis etwa haben Passagiere die Wahl etwa zwischen 24 Restaurants und 21 Pools, diversen Bars, Clubs und Theaterbühnen. Die Megaliner auf den Meeren, die im Schnitt 2000 Passagiere fassen, sind eher schwimmende Kleinstädte als Schiffen.

Je größer die Kreuzfahrtschiffe werden, desto eher sind Fahrten auch für Otto Normalverdiener erschwinglich. Lidl-Reisen etwa wirbt mit Fahren auf der Oasis schon ab 1099 Euro. Der Markt für Kreuzfahrten wächst dabei weiter. Spätestens bis 2018 sollen allein zwei Millionen Passagiere aus Deutschland kommen.

Das sind doppelt so viele wie 2009. Weltweit sind es derzeit etwa 19 Millionen Passagiere. „Das alles geht nicht zu Lasten der Sicherheit. Aber es ist schlichtweg so, je mehr Leute auf einem Schiff sind, desto schwieriger wird die Evakuierung", sagt Schifffahrts-Experte und Ex-Kreuzfahrtschiff-Kapitän Helge H. Grammerstorf.

Das komplette Sicherheitskonzept zu überdenken und möglicherweise ganze Schiffsteile als Rettungsinseln zu benutzen, wie es etwa Clay Maitland vom Marhsall Island Shi Registry, dem drittgrößten Schiffsregister er Welt, gefordert hat, hält er für nicht nötig.

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Je mehr Passagiere, desto günstiger die Reisen

Kommentare zu " Größer, höher, luxuriöser: Der Gigantismus der Kreuzfahrtbranche"

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  • Nein, die Evakuierung eines Kreuzfahrtschiffes ist eigentlich kein Kunststück. Das Problem ist nur: Der Kapitano muss den Startschuss geben - und das hat er eben nicht getan. Er hat weder seine Mannschaft noch die Passagiere über die Situation sinnvoll informiert, hat sich scheinbar aus dem Staub gemacht, Verantwortung weder übernommen noch deligiert. Für die Rettungsmaßnahmen hätte man 90 Minuten Zeit gehabt. Doch man hat die Zeit verstreichen lassen. Man hat es nicht einmal geschafft, geheingeschränkte Passagiere innerhalb dieser Zeit an Deck zu holen. Ein Armutszeugnis ohne Beispiel. Vielleicht werden wir in den nächste Tagen erfahren, dass der kapitano nicht Herr seiner Sinne war - ich hoffe die ermittelnde Staatsanwaltschaft denkt auch an den Drogentest.

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