Größte Evakuierung in der Geschichte des Bundesstaates
Waldbrände in Kalifornien verursachen Milliardenschäden

Den vierten Tag in Folge haben rund zehntausend Feuerwehrleute gegen die verheerenden Brände in Südkalifornien angekämpft. Mindestens eine halbe Million Menschen waren in der Region um die besonders gefährdete Hafenstadt San Diego auf der Flucht vor den Flammen und mussten in der größten Evakuierung in der Geschichte des Bundesstaates in Sicherheit gebracht werden.

rtr SAN DIEGO. Die Schäden beliefen sich bereits jetzt auf schätzungsweise mehr als eine Milliarde Dollar, sagte Kaliforniens Katastrophenschutz-Direktor Ron Lane am Mittwoch. Seinen Angaben zufolge legten die Flammen mehr als 1300 Häuser in Schutt und Asche. Über 1200 Quadratkilometer sind bereits niedergebrannt - eine Fläche etwa halb so groß wie das Saarland. Abflauende Winde verschafften den Helfern im Süden Kaliforniens eine Atempause, wo 15 Brände lodern. Größere Herde in anderen Teilen brannten jedoch weiterhin unkontrolliert.

Mindestens fünf Menschen sind in Folge der heftigen Waldbrände mittlerweile ums Leben gekommen. Vier von ihnen starben, nachdem sie bereits in Sicherheit gebracht worden waren. Wie die Behörden weiter mitteilten, wurden zudem mehr als drei Dutzend Menschen verletzt, darunter 18 Feuerwehrleute.

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger forderte Präsident George W. Bush auf, die Region zum Katastrophengebiet zu erklären. Er erhofft sich dadurch mehr Unterstützung von der Regierung in Washington. Die Behörden Kaliforniens seien von der Intensität und dem Ausmaß der Brände überfordert, sagte Schwarzenegger. Bush will am Donnerstag in das Gebiet reisen und sich persönlich ein Bild der Lage machen.

Angefacht von heißen Winden wüteten immer noch mehr als ein Dutzend Brände zwischen Santa Barbara nördlich von Los Angeles und der mexikanischen Grenze. Allein in der Gegend um San Diego kämpften die Feuerwehrleute gegen vier große Feuerfronten; die Flammen loderten bis zu 30 Meter hoch. Auch die Außenbezirke der mexikanischen Stadt Tijuana wurden von Waldbränden bedroht. „Wir haben es hier immer noch mit sehr gefährlichem Feuer zu tun“, sagte der US-Heimatschutzminister Michael Chertoff bei einem Besuch des Qualcomm-Football-Stadions in San Diego, das zu einer Notunterkunft für 10 000 Flüchtlinge umfunktioniert wurde. Die Behörden hofften darauf, dass die heißen Winde gegen Mittwochnachmittag nachließen und die Temperaturen fielen. „Wenn das Wetter mitmacht, können wir das Ruder vielleicht rumreißen“, sagte Chertoff.

In dem Footballstadion äußerten sich die meisten Flüchtlinge zufrieden mit dem Einsatz der Behörden. Die Sorge um Häuser und Familienangehörige aber blieb. „Ich habe Angst um mein Baby, mein Haus, meine Kinder, um alles“, sagte die schwangere 30-jährige Ana Ramirez, die mit ihrer vierjährigen Tochter in den Komplex geflüchtet war.

In einigen Gemeinden mehrten sich dagegen hoffnungsvolle Zeichen. So konnten Bewohner oberhalb der Küstenstadt Malibu wieder in ihre Häuser zurückkehren, nachdem die Brände dort unter Kontrolle gebracht worden waren. Auch einige Anwohner San Diegos durften am späten Dienstagabend wieder in ihre Wohngegenden zurück.

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