Größter Brand in Berlin seit dem Krieg
Feuer verwüstet Reifenlager in Berlin

Ein Großbrand in einem Reifenlager am südöstlichen Stadtrand von Berlin hat der Feuerwehr am 1. Mai den größten Einsatz seit Jahrzehnten beschert. Über 1 000 Helfer waren im Einsatz, um der Flammen Herr zu werden.

HB BERLIN. Von Mitternacht bis zum Sonntagnachmittag sind auf dem Gelände im Stadtteil Schmöckwitz mehr als 1 000 Helfer im Einsatz gewesen.Landesbranddirektor Albrecht Broemme zufolge kamen keine Menschen zu Schaden. Die Brandursache blieb zunächst unklar. Die Polizei schloss Brandstiftung nicht aus. Das Landeskriminalamt soll an diesem Montag die Ermittlungen aufnehmen.

Der oberste Berliner Feuerwehrmann hatte noch in der Nacht das Kommando über die Löschmannschaften aus der Haupstadt und Brandenburg übernommen. Gemessen an der Zahl der eingesetzten Feuerwehrleute handelte es sich um den größten Brand, den Berlin seit dem Krieg erlebt habe, sagte Broemme.

Seit kurz vor Mitternacht hatte das Feuer in drei riesigen Reifenstapeln gewütet, die eine Fläche von 10 000 Quadratmetern bedeckten. Zeitweise schlugen die Flammen bis zu 100 Meter hoch in den Nachthimmel. Gegen Mittag hatten die Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle. Danach wurden die meterhoch aufgestapelten Reifen auseinander gerissen, um immer noch glimmende Glutnester zu beseitigen. Es könne noch zwei Tage dauern, bis diese endgültig gelöscht sind, sagte Broemme.

Die Anwohner im Umkreis von einem Kilometer waren vorsichtshalber aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da beim Verbrennen von Gummi giftige Gase entstehen. Nach Angaben der Feuerwehr, die mit einem Messfahrzeug ständig die Luftbelastung prüfte, bestand für die Bevölkerung jedoch keine Gefahr. Rußpartikel und Giftstoffe seien größtenteils „nach oben in die Atmosphäre“ entwichen.

Um die Glut zu ersticken, wurde ein dichter Schaumteppich über die Reifen gelegt. Laut Broemme wurden bis zum Nachmittag rund 80 Tonnen Löschschaum verspritzt. Weil die Schaumvorräte in Berlin knapp wurden, musste das Löschmaterial teilweise von Feuerwehren aus Hamburg, Leipzig, Schwedt und von der BASF-Werksfeuerwehr Schwarzheide angeliefert werden. Broemme zeigte sich mit dem Einsatz „sehr zufrieden“, weil ein Übergreifen der Flammen auf eine angrenzende Werkshalle und einen nahe gelegenen Wald verhindert werden konnte.

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