Großangriff
Taliban attackiert afghanische Polizei

Rund 400 Aufständische haben in der abgelegenen nordostafghanischen Provinz Nuristan einen Großangriff auf die Polizei gestartet. Es ist bereits die zweite Offensive innerhalb weniger Tage.
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Kabul Wie Polizeichef General Schams ul Rahman Sahid am Dienstag mitteilte, begann der Angriff im Morgengrauen. Die rund 400 Aufständischen griffen Kontrollposten rund um ein Wohnquartier einer Reserveeinheit der Polizei in der Nähe der Provinzhauptstadt Parun an. Erst bei Einbruch der Dunkelheit beendeten die Aufständischen ihren Angriff.

Es ist der zweite Großangriff der Taliban binnen weniger Tage. Erst am Wochenende griffen Aufständische Regierungsgebäude in der südlichen Stadt Kandahar an. Mindestens 23 Taliban-Kämpfer wurden dabei getötet. Nach Angaben der Taliban hatte der Angriff keine Verbindung zur Tötung von Osama bin Laden, sondern war Teil der geplanten Frühjahrsoffensive.

Immer wieder sickern Kämpfer aus Pakistan in das Land ein

In der Provinz Nuristan in der Nähe der Grenze zu Pakistan sind nur wenige afghanische Soldaten oder Einheiten der NATO stationiert. Ein Sprecher sagte, die NATO habe keinerlei Kenntnis von dem Angriff. "Wir haben Hilfe von der NATO und den afghanischen Streitkräften angefordert. Sie haben noch nicht geantwortet", sagte Polizeichef Sahid. Das afghanische Militär erklärte, keine Truppen zu schicken. Die NATO will über den Angriff nicht unterrichtet worden sein.

Die Taliban und andere Aufständische kontrollieren weite Teile von Nuristan, Kunar und anderen Provinzen im Nordosten Afghanistans. Aus Grenzregionen im benachbarten Pakistan greifen sie immer wieder NATO-Truppen an. Laut Sahid wurde der Angriff auf die Kontrollposten von Pakistanern und Arabern ausgeführt.

Zwei Ausländer unter den Aufständischen entdeckt

Zu tödlichen Auseinandersetzungen kam es auch in anderen Teilen des Landes. Die NATO teilte mit, dass drei ihrer Soldaten durch Bombenanschläge getötet wurden, einer am Dienstag im Osten des Landes, zwei weitere am Montag im Süden. Einer der Getöteten war Franzose, die anderen beiden Rumänen.

In der Provinz Sabul wurden fünf Aufständische getötet, unter ihnen zwei Pakistaner, wie das afghanische Verteidigungsministerium mitteilte. Außerdem wurden zwei bewaffnete Ausländer, ein Franzose sowie ein Marokkaner, festgenommen. Sechs tote Aufständische meldete das Gouverneursbüro in der im Osten gelegenen Provinz Paktika. Acht weitere seien bei einem Polizeieinsatz festgenommen worden.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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