Großbritannien Die Queen feiert ihren 92. Geburtstag mit einem Popkonzert

Die britische Monarchin erfreut sich auch im hohen Alter noch bester Gesundheit und lud zu ihrem Geburtstag Weltstars wie Shawn Mendes oder Tom Jones nach London ein.
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Umringt von Superstars feiert die britische Königin ihren 92. Geburtstag in London. Quelle: AFP
Royale Party

Umringt von Superstars feiert die britische Königin ihren 92. Geburtstag in London.

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LondonAm späten Abend ihres 92. Geburtstags gerät die britische Königin Elizabeth II. für ihre Verhältnisse in Stimmung. Als rund 40 Ukulele-Spieler in der Londoner Royal Albert Hall den 30er-Jahre-Klassiker „The Window Cleaner“ von Komiker George Formby vortragen, sieht es so aus, als würde die Queen mitwippen.

Doch mit den Pop- und Rockstars aus dem gesamten Commonwealth, die zu ihren Ehren bei „The Queen's Birthday Party“ auftraten, weiß die Jubilarin nicht so viel anzufangen.

Ohne Ehemann Prinz Philip, der gerade eine Hüft-Operation hinter sich hat, verfolgt die Queen aus ihrer Loge Auftritte von Künstlern wie Sir Tom Jones, Kylie Minogue oder Craig David. Neben Prinz Charles mit Ehefrau Camilla feiern Prinz William, Prinz Harry und dessen Verlobte Meghan Markle mit. Das Paar, das im Mai heiratet, wird mit lautstarkem Jubel begrüßt. Markle begeistert sich besonders für den Auftritt von Sting und Shaggy, die Hits wie „Every Breath You Take“ und „Mr. Boombastic“ vermischen. Williams hochschwangere Frau Kate verfolgt die Show von zuhause. Der Sender BBC überträgt live.

Das sind die Monarchen dieser Welt
Elizabeth II.
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Königin Elizabeth II. (*1926) regiert seit 1952 und ist das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Als Königin ist sie Oberhaupt von 16 unabhängigen Staaten, unter anderen Großbritannien, Australien und Antigua. Elizabeth ist parlamentarische Monarchin und hat wenig direkte politische Macht, sondern überwiegend repräsentative Aufgaben. Allerdings ernennt und entlässt sie offiziell den britischen Premierminister und wird wöchentlich über die politische Entwicklung im Land informiert. Für eine Königin hat Elizabeth II. eine eher ungewöhnliche Berufsausbildung absolviert: Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie zur Fahrzeugmechanikerin ausgebildet.

Qabus ibn Said
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Sultan Qabus ibn Said (r., mit Turban) herrscht seit 1970 als absoluter Monarch über den Oman. Seit 2011 gibt es Bestrebungen, die Verfassung zu reformieren und aus der absoluten Monarchie des Oman eine konstitutionelle Monarchie zu machen, in der der Sultan in seiner Macht deutlich beschränkt wäre. Qabus ibn Said pflegt eine enge Beziehung zu Deutschland und besitzt ein Anwesen in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen.

Margrethe II.
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In Dänemark regiert seit 1972 Königin Margrethe II. (*1940). Sie konnte nur Monarchin werden, weil ihr Vater im Jahr 1953 die Verfassung dahingehend änderte, dass auch weibliche Nachkommen den Thron besteigen können. Margrethes Aufgaben als Staatsoberhaupt bestehen größtenteils aus der Repräsentation Dänemarks, Grönlands und der Färöer-Inseln. Sie übt begrenzt politische Aufgaben aus, so ernennt und entlässt sie formell den Regierungschef.

Carl XVI. Gustaf
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Ein weiteres bekanntes Gesicht des europäischen Hochadels ist der schwedische König Carl XVI. Gustaf (*1946). Er regiert seit 1973 und ist damit der am längsten regierende schwedische König. Zu Beginn seiner Regierungszeit im Jahr 1973 war Carl XVI. Gustaf noch mit nahezu autokratischen Herrschaftsrechten ausgestattet, welche aber schon kurze Zeit später von der schwedischen Regierung beschränkt wurden, und den König zu einem repräsentativen und zeremoniellen Staatsoberhaupt machten.

Hassanal Bolkiah
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Eines der eher unbekannteren Gesichter ist der Sultan von Brunei, Hassanal Bolkiah (*1946). Er ist seit 1967 absoluter Herrscher des Sultanats Brunei, einem Nachbarland von Malaysia. Brunei zählt aufgrund seiner Ölvorkommen zu den reichsten und höchst entwickelten Ländern Asiens und hat etwa 420.000 Einwohner.

Mswati III.
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König Mswati III. ist seit 1986 das absolutistisch herrschende Staatsoberhaupt von Swasiland, einem Nachbarstaat von Südafrika und Mosambik. Er gerät wegen seines ausschweifenden Lebensstils immer wieder in die Kritik, da der Großteil seiner 1,4 Millionen Untertanen in Armut lebt. Jegliche politische Betätigung durch das Parlament ist durch König Mswati III. unter Androhung von Haftstrafen verboten.

Akihito
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In Japan ist seit 1989 Akihito der 125. Kaiser. Da es verfassungsrechtlich kein Staatsoberhaupt in Japan gibt, ist der Kaiser als „Symbol des Staates“ ein reiner Repräsentant Japans. Die Monarchie in Japan gilt als die älteste noch existierende weltweit. Der Kaiser und seine Familie genießen in Japan ein hohes Ansehen, Akihitos Vorfahren wurden sogar als Gottheiten verehrt. Am 30. April 2019 will Akihito abdanken – es wäre das erste Mal seit 200 Jahren, dass ein japanischer Kaiser sein Amt zu Lebzeiten abgibt. Sein Nachfolger wird Kronprinz Naruhito.

„Wenn ich das so sagen darf“, scherzt Harry auf der Bühne, „es ist nicht unbedingt leicht, ein Geschenk für dich zu finden.“ Ähnlich dürfte es den Organisatoren bei der Auswahl der Musikprogramms gegangen sein. Schließlich gilt die Queen nicht gerade als Liebhaberin von Pop- und Rockmusik. Einst soll sie Rocklegende Eric Clapton gefragt haben: „Machen sie schon lange Musik?“ Am Samstag flüstert Prinz Charles ihr mehrfach ins Ohr. Vermutlich erklärt er seiner Mutter, wer da gerade für sie musizierte.

Was die 92-Jährige wohl denkt, als R'n'B-Sänger Craig David seinen Hit „7 Days“ performt? In dunkler Lederjacke singt David die berühmte Zeile: „We were making love by Wednesday and on Thursday and Friday and Saturday“ (Wir haben uns am Mittwoch geliebt und am Donnerstag und Freitag und Samstag).

Noch lauter als Harry und Meghan wird Shawn Mendes gefeiert. Der 19 Jahre alte kanadische Superstar sorgt für frenetischen Jubel unter den vielen jungen Mädchen in der Halle.

Songs aus jedem Jahrzehnt ihrer Regentschaft hatten die Macher angekündigt. Der walisische Schauspieler und Musical-Sänger Luke Evans schmettert „Oh, What a Beautiful Mornin'“ und dürfte damit eher den Geschmack der Queen getroffen haben. Die Nummer stammt aus dem 40er-Jahre-Musical „Oklahoma!“, das Elizabeth II. angeblich besonders gern mag. Tenor Alfie Boe präsentiert ein Swing-Medley.

Das ist die britische Royal Family
Königin Elizabeth II.
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Die britische Königin ist neben Großbritannien auch Staatsoberhaupt von 15 weiteren unabhängigen Staaten, darunter Kanada und Jamaika. Die 1926 geborene Monarchin regiert seit 1952 und hält damit den Rekord der längsten Amtszeit aller britischer Monarchen. Zudem ist sie das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Sie ist seit 1947 mit Prinz Philip verheiratet und hat vier Kinder.

Prinz Philip, Herzog von Edinburgh
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Der Ehemann der Königin wurde 1921 auf der griechischen Insel Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark geboren. Er gehört somit dem deutschen Geschlecht Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg an und ist sogar entfernt mit Königin Elizabeth verwandt. Der Familienname Mountbatten-Windsor, den alle Nachkommen von Prinz Philip und Königin Elizabeth tragen, setzt sich zum einen aus dem vorherigen Nachnamen der britischen Königsfamilie, „Windsor“, und zum anderen aus dem ins Englische übertragenen Nachnamen von Prinz Philips Mutter, „Mountbatten“, zusammen. Prinz Philip ist der am längsten amtierende Prinzgemahl in der britischen Geschichte. Er führt den Titel „Herzog von Edinburgh“.

Prinz Charles und Camilla
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Der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. und Prinz Philip wurde 1948 geboren und ist britischer Thronfolger. Als solcher trägt er den Titel „Prince of Wales“ – zu Deutsch nicht „Prinz“ sondern „Fürst von Wales“. In Schottland lautet sein offizieller Titel „Duke of Rothesay“ – also Herzog von Rothesay. Er war in erster Ehe mit Lady Diana Spencer verheiratet. Mit ihr hat er die beiden Söhne William und Henry. Seit 2005 ist er mit Camilla Parker Bowles (*1947) verheiratet, welche seither „Duchess of Cornwall“ – also Herzogin von Cornwall heißt. Camilla wurde vom britischen Volk lange Zeit nicht als Gemahlin des künftigen Königs akzeptiert, erfreut sich aber in letzter Zeit zunehmender Beliebtheit. Sie hat zwei Kinder aus erster Ehe.

Prinz William und Catherine
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Der älteste Sohn von Charles und Diana heißt mit vollem Namen Prince William Arthur Philip Louis, Duke of Cambridge. Er steht auf dem zweiten Platz der britischen Thronfolge und wird eines Tages seinen Vater als König von Großbritannien beerben. Er ist mit der Bürgerlichen Catherine Middleton verheiratet, die wie er im Jahr 1982 geboren wurde. Zusammen haben der Herzog und die Herzogin zwei Kinder, Prinz George (*2013) und Prinzessin Charlotte (*2015). William und Catherine gelten, selbstverständlich nach der Queen, als die beliebtesten Mitglieder der königlichen Familie.

Prinz Henry
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Der zwei Jahre jüngere Bruder von Prinz William heißt mit vollem Namen Henry Charles Albert David und wird meist bei seinem Spitznamen „Harry“ genannt. Für die britische Armee diente er bereits im Afghanistan-Krieg und hat den Rang eines „Captain“ inne. Seit 2016 ist er mit der US-Schauspielerin Meghan Markle liiert, welche vor allem aus der Serie „Suits“ bekannt ist. In letzter Zeit übernimmt er immer mehr öffentliche Aufgaben und vertritt seine Großmutter, Königin Elizabeth, auch auf Auslandsreisen.

Prinz Andrew, Herzog von York
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Der Herzog von York (*1960) wurde als drittes Kind von Königin Elizabeth und Prinz Philip geboren. Andrew steht in der Thronfolge jedoch trotzdem über seiner Schwester Anne, da männliche Nachkommen bevorzugt werden. Von 1986 bis 1996 war er mit Sarah Ferguson verheiratet, welche seit der Scheidung nicht mehr Teil der königlichen Familie ist und nur noch den Höflichkeitstitel einer Herzogin von York führt, ohne die Anrede „Königliche Hoheit“. Andrew hat zwei Töchter, Beatrice und Eugenie.

Prinzessin Beatrice
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Beatrice (*1988) ist die älteste Tochter von Prinz Andrew und Sarah Ferguson. Als Enkelin der Königin führt sie den Titel einer Prinzessin von Großbritannien und Nordirland. Sie steht auf dem siebten Platz der britischen Thronfolge.

Gegen Ende der Show rockt Jazz-Sänger Jamie Cullum am Klavier und tritt dabei seinen Hocker um. Es ist ein seltener Rock'n'Roll-Moment an dem ansonsten etwas zu perfekten und gemäßigtem Abend, dessen Abschluss die Zeitung „Telegraph“ als „merkwürdigsten Höhepunkt“ eines Konzerts bezeichnet.

Nachdem alle Künstler gemeinsam den Louis-Armstrong-Klassiker „What A Wonderful World“ gesungen haben, betritt die 92 Jahre alte Königin unter großem Applaus mit ihrem Sohn die Bühne. Während bunte Luftballons von der Decke fallen, stimmt Prinz Charles ein dreifaches „Hip, hip, hurra!“ an. Die Queen lächelt. Vielleicht ist sie auch ein bisschen froh, dass die Party endlich vorbei ist.

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  • dpa
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