Großbritannien
Fahndung nach Serienkiller läuft auf Hochtouren

Bei der auf Hochtouren laufenden Suche nach dem Mörder von fünf Prostituierten hat die englische Polizei trotz tausender Hinweise bislang keine heiße Spur. Knapp eine Woche nach dem letzten Leichenfund wurde inzwischen auch Interpol eingeschaltet. Die Fahnder appellierten am Sonntag erneut an die Bevölkerung und baten um Mithilfe.

dpa LONDON. „Wir haben mehr als 10 000 Hinweise erhalten und werten sie intensiv aus, aber wir brauchen mehr“, sagte Chefermittler Stewart Gull bei einer Pressekonferenz. Zudem seien am Wochenende mehr als 400 Autofahrer und Fußgänger in der Umgebung des Rotlichtviertels der Stadt Ipswich befragt worden, in dem sich die fünf Frauen im Alter von 19 bis 29 Jahren Freiern angeboten hatten. Gull musste bei der Pressekonferenz erneut einräumen: „Wir haben noch niemanden festnehmen und noch keinen Verdächtigen verhören können.“

Der Kontakt mit Interpol sei „im Rahmen der üblichen Routinemaßnahmen erfolgt“, sagte Gull. Der Tatort liegt weniger als eine Autostunde von dem Nordsee-Hafenort Felixstowe entfernt. Nach eigenen Angaben hat die Polizei jedoch bislang keine konkreten Hinweise darauf, dass der oder die Täter sich ins Ausland abgesetzt hätten.

Gull bezeichnete einen Bericht in der Sonntags-Boulevardzeitung „News of the World“, wonach ein Polizeibeamter zu den ständigen Kunden von zwei der Prostituierten gehört haben, als „eine jener reinen Spekulationen, auf die wir nicht öffentlich eingehen“. Allerdings prüfe man jeden Hinweis.

Die Polizei veröffentlichte weitere Angaben zu den Prostituierten, deren nackte Leichen zwischen dem 2. und 12. Dezember in der Umgebung von Ipswich gefunden worden waren. So sei bei keiner der Frauen, die entweder erwürgt oder durch Genickbruch getötet wurden, Verletzungen festgestellt worden, die auf eine aktive Gegenwehr hindeuten könnten.

Die Ermittler bestätigten auch, dass eine der Frauen, eine 24- Jährige, im dritten Monat schwanger gewesen sei. Allerdings gebe es keine Hinweise darauf, dass dies in einem Zusammenhang mit der Tat stand. Weiterhin werde nicht ausgeschlossen, dass mehrere Täter die Morde gemeinschaftlich begingen.

Nach der Auswertung der Videobänder von Überwachungskameras veröffentlichten die Ermittler Szenen und Fotos, die eine der Prostituierten allein in einem Zugabteil zeigen. Daraufhin hätten sich dutzende Personen gemeldet, die sie an verschiedenen Orten gesehen haben wollen. Solche Angaben seien „derzeit ungemein wichtig“, erklärte die stellvertretende Leiterin der Ermittlungen, Jacqueline Cheer. „Bitte rufen Sie uns unbedingt an, selbst mit der kleinsten Beobachtung.“

Derweil nutzte die Polizei auch ein Fußballspiel zwischen Ipswich Town und Leeds United in dem Stadion, das nahe beim Rotlichtviertel von Ipswich liegt, um zur Unterstützung aufzurufen. Vor dem Spiel legten rund 25 000 Fußballfans eine Schweigeminute zum Gedenken an die ermordeten Frauen ein. Zu den Kunden im Rotlichtviertel hatten stets auch Besucher von Fußballspielen gehört.

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