Großbritannien: Papst startet historischen Besuch

Großbritannien
Papst startet historischen Besuch

Papst Benedikt XVI. beginnt heute seinen viertägigen Besuch in Großbritannien. Mit Pauken und Trompeten wird der Papst heute sicherlich nicht von allen Briten empfangen werden. Nicht zuletzt schmerzen immer noch Missbrauchsskandale von Priestern.
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HB ROM. Im Mittelpunkt der Reise steht die Seligsprechung des von der anglikanischen Staatskirche zum Katholizismus konvertierten Kardinals John Henry Newman, der im 19. Jahrhundert in Großbritannien wirkte. Zunächst wird der Papst aber von Königin Elizabeth II. in Edinburgh in Schottland empfangen.

Benedikt trifft in Großbritannien auf geringe Begeisterung: Zur Seligsprechung Newmans auf einer Messe am kommenden Sonntag erwarten die Organisatoren nur rund 55 000 Besucher. Ursprünglich waren sie von 80 000 Gläubigen ausgegangen. Eine öffentliche Diskussion gab es um die Kosten des Besuchs, der die Staatskasse mit rund zwölf Mio. Pfund (14 Mio. Euro) belasten wird. Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Großbritannien. Papst Johannes Paul II. war 1982 lediglich im Rahmen eines sogenannten Pastoralbesuchs ins Vereinigte Königreich gekommen.

In Großbritannien werden mehr als die Hälfte der wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Priester noch immer als Mitglieder des Klerus' geführt. Der Fernsehsender Channel vier News berichtete am Mittwoch, von 22 Priestern, die seit 2001 wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu mehr als einem Jahr Haft verurteilt worden seien, gehörten 14 noch immer der Kirche an.

Die zuständige Untersuchungskommission der katholischen Kirche erklärte, jeder Priester, gegen den wegen des Verdachts auf Missbrauch ermittelt werde, werde automatisch von der aktiven Kirchenarbeit ausgeschlossen. Allerdings müsse die Kirche in Rom beantragen, den Priester auszuschließen. Derzeit liegen für sechs der 14 britischen Priester solche Anträge vor.

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