Große Suchaktion
Flugabenteurer Steve Fossett spurlos verschwunden

Seit Montag fehlt von dem amerikanischen Flugpionier, Regattasegler und Miteigentümer der Firma Scaled Composites Steve Fossett jede Spur. Mehr als ein Dutzend Steve Fossett hatten bis zum Dienstagabend (Ortszeit) ein weites Gelände im US-Bundesstaat Nevada nach Spuren seines Kleinflugzeuges abgesucht, berichtete die Zeitung „Reno Gazette“.

dpa SAN FRANCISCO. Die über Nacht eingestellte Rettungsaktion sollte am Mittwoch bei Tagesanbruch fortgesetzt werden.

Der 63 Jahre alte Fossett war am Montag an Bord einer einmotorigen Maschine allein von einem Privatgelände mehr als 100 Kilometer südöstlich von Reno entfernt gestartet. Er wollte nach wenigen Stunden von dem Rundflug zurückkehren, berichteten Freunde und Angehörige. Fossett habe genügend Treibstoff für einen drei- bis vierstündigen Flug dabei gehabt, hieß es. An Bord des Flugzeugs soll sich auch ein Notruf-Signalgerät befinden.

„Steven ist ein harter Brocken“, sagte Fossetts Freund Richard Branson. Der Gründer der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic hatte viele Flugrekorde von Fossett gesponsert und zu Werbezwecken genutzt. „Ich vermute, dass er bei seinem Flugzeug darauf wartet, dass ihn jemand abholt.“ Branson zufolge wollte Fossett einige Wüstengebiete in Nevada überfliegen, und nach einem geeigneten Landstreifen für Geschwindigkeitstests suchen. Als eines seiner nächsten Projekte hatte er sich vorgenommen, den 1997 aufgestellten Geschwindigkeitsweltrekord für Landfahrzeuge zu brechen. Laut „Guinness Buch der Rekorde“ beschleunigte der Brite Andy Green vor zehn Jahren in Nevada ein von Rolls-Royce-Spey-202-Düsentriebwerken angetriebenes Auto auf 1227,985 Kilometer pro Stunde.

Nach Angaben der Nationalgarde in Nevada lag den Behörden kein Flugplan von Fossett vor. Das zweisitzige Flugzeug vom Typ Citabria Super Decathlon werde häufig für Flugakrobatikmanöver benutzt, hieß es. CNN-Informationen zufolge trägt Fossett keinen Fallschirm bei sich. Die Rettungsteams beschrieben das Gelände, in dem Fossett vermisst wird, als teilweise bergig und schwer zugänglich. Die Suchaktion in einem mehr als 1 500 Quadratkilometer großen Gebiet wurde zudem von starken Winden erschwert. Mit einem dramatischen Flug rund um den Globus hatte Fossett im Februar 2006 den Strecken-Weltrekord für Non-Stop-Flüge gebrochen. Mit dem Leichtflugzeug „GlobalFlyer“legte der Milliardär nach seinem Start in Florida in knapp 77 Stunden eine Gesamtstrecke von 42 469 Kilometern zurück. Dabei flog er einmal rund um die Erde und zwei Mal über den Atlantik.

Für Fossett war dies der 110. Weltrekord in fünf verschiedenen Disziplinen. Mehr als die Hälfte seiner Rekorde sind immer noch ungebrochen. So hatte er 2002 die erste Solo-Nonstop-Umrundung der Erde in einem Ballon geschafft. 2005 flog er dann mit „Globalflyer“ als erster Mensch auch allein in einem Motorflugzeug ohne Zwischenstopp rund um die Erde.

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