Grubenunglück in Chile
Rettung der Bergleute erreicht heiße Phase

Der Schacht ist stabil, die Vorbereitungen fast abgeschlossen: In der nacht zum Mittwoch wird in Chile die spektakuläre Bergung der 33 verschütteten Kumpel beginnen. Während die Männer darauf trainiert werden, ihre körperlichen und psychischen Grenzen ein weiteres Mal zu überschreiten, setzen die Angehörigen vor allem auf den Glauben.
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HB SAN JOSE. Hoffen, Nägel kauen, beten: Die in einem chilenischen Bergwerk eingeschlossenen Kumpel und ihre Angehörigen warteten am Dienstag zunehmend ungeduldig auf den Beginn der für die Nacht zu Mittwoch geplanten Rettungsaktion. Die 33 Bergleute bekamen eine Diät mit erhöhtem Salzgehalt, damit sie mehr trinken und damit besser auf die Auffahrt vorbereitet seien, sagte Gesundheitsminister Jaime Mañalich.

Drei Psychologen werden zudem mit jedem einzelnen der Eingeschlossenen sprechen, um festzulegen, in welcher Reihenfolge die Männer an die Oberfläche gezogen werden sollen. Die katholische Kirche des südamerikanischen Landes rief unterdessen die Gläubigen zu Gebeten auf, bis auch der letzte Kumpel gerettet ist.

Insgesamt werde die Rettungsaktion wohl fast zwei Tage dauern, da pro Verschüttetem eine Stunde veranschlagt sei, teilten die Experten mit. In der Nacht zu Mittwoch soll zunächst ein Sanitäter der Polizei in die Tiefe abgelassen werden. Er und drei weitere Kollegen von der Marine sollen die Lage in der Tiefe sondieren, letzte Informationen über die Reihenfolge der Rettung sammeln und den Kumpeln die Kapsel erklären. 16 Männer halten sich für diese Aufgabe bereit.

An der Oberfläche angekommen, werden die Männer von einem Arzt untersucht, medizinisch betreut und können sich waschen. Dann kommt das sehnsüchtig erwartete Wiedersehen mit engsten Familienangehörigen. Immer vier Kumpel werden anschließend in Hubschraubern in das Krankenhaus der nahe gelegenen Stadt Copiapó geflogen. Dort erhalten sie Schlafanzüge mit dem aufgedruckten Stern der chilenischen Flagge und der Aufschrift „33“.

Nach einer eingehenden Untersuchung könnten sie je nach Gesundheitszustand nach einem bis zwei Tagen nach Hause entlassen werden. In einer Erklärung baten die Männer, die ersten Tage mit ihren Familien in Ruhe verbringen zu können. Fragen von Journalisten würden sie dann später gerne beantworten. Ein Teil der Familien plane einen Kurzurlaub in Ferienhäusern im Süden und Norden des Landes, was die Psychologen auch sehr empfohlen hatten.

Das Drama unter Tage hatte am 5. August begonnen. Mehr als zwei Wochen dauerte es, bis die Verschütteten nach dem Einsturz entdeckt und über Schächte versorgt wurden. Noch nie waren Menschen so lange Zeit in so großer Tiefe gefangen. Die Aktion zu ihrer Rettung ist die längste und aufwendigste, die je im Bergbau vorgenommen wurde. Den Verschütteten half ein ausgeklügeltes Beschäftigungs- und Fitnessprogramm, die belastende Zeit in der Tiefe zu überstehen.

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