Grüner Tee aus Japan
Die radioaktive Gefahr aus der Kanne

Grüner Tee aus Japan wird als gesundheitsfördernd geschätzt. Das gilt aber nicht mehr, wenn er aus Shizuoka stammt. Die Ware aus dem Hauptanbaugebiet nahe des Katastrophen-AKW Fukushima ist radioaktiv verstrahlt.
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TokioGenau drei Monate nach Beginn der Atomkatastrophe nimmt die radioaktive Verstrahlung in Japan immer größere Ausmaße an. Nun wurde auch in grünem Tee in Japans größter Teeanbau-Provinz Shizuoka erhöhte radioaktive Strahlung gemessen. Derweil begann der Betreiber der Atomruine in Fukushima am Freitag damit, eine neue Anlage zur Dekontaminierung der gewaltigen Wassermassen zur Kühlung der Reaktoren eine Woche lang zu testen. Ministerpräsident Naoto Kan will an diesem Samstag erneut in die Katastrophengebiete reisen, wie ein Regierungssprecher mitteilte. In mehreren Städten Japans sind Anti-Atom-Demonstrationen geplant.

Wie die lokalen Behörden in Shizuoka bekanntgaben, wurden in getrockneten Teeblättern aus dem Anbaugebiet Warashina in der Provinz Shizuoka 679 Becquerel an radioaktivem Cäsium pro Kilogramm festgestellt. Das Gebiet liegt 370 Kilometer südwestlich von der Atomruine Fukushima. Der offiziell erlaubte Grenzwert liegt bei 500 Becquerel. Grüner Tee aus Japan wird in aller Welt für seine gesundheitsfördernde Wirkung hoch geschätzt.

Die Regierung hatte kürzlich entschieden, Auslieferungen von grünem Tee aus einigen Anbaugebieten in den näher an Fukushima gelegenen Provinzen Ibaraki und Chiba sowie Kanagawa und Tochigi zu stoppen. Anlass waren Messwerte in Proben von mehr als 500 Becquerel.

Japan hat im vergangenen Jahr 83.000 Tonnen an getrockneten Teeblättern produziert. Davon entfielen 40 Prozent auf Shizuoka.

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Arbeiter aus Atomruine bewusstlos aufgefunden

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