Händler machen gegen die Mafia mobil
„Schutzgeldfreier Supermarkt“ eröffnet in Palermo

Händler aus Palermo machen mit einer neuen Initiative gegen die Mafia mobil: Am kommenden Wochenende öffnet in der sizilianischen Metropole der erste „Schutzgeldfreie Supermarkt“.

dpa PALERMO. Im Zentrum der Stadt werden Waren von insgesamt 30 Geschäftsleuten und Handwerkern angeboten, die sich rigoros gegen das organisierte Verbrechen zur Wehr setzen und sich mutig weigern, Schutzgelder zu zahlen, wie die Zeitung „La Repubblica“ am Dienstag berichtete.

Neben Kunsthandwerk aus Holz und Keramik hat das Geschäft auch biologische Lebensmittel wie Pasta und Wein im Sortiment. Diese werden von Landwirten produziert, die von der Polizei beschlagnahmte ehemalige Mafia-Grundstücke bewirtschaften. „Punto pizzo-free“ (Schutzgeldfreier Verkaufspunkt) heißt der Laden, der auf eine Idee des jungen Geschäftsmanns Fabio Messina zurückgeht. „Wir hoffen, die Idee auch in andere Orte Italiens exportieren zu können und zahlreiche Verkaufsstellen zu eröffnen“, erklärte er.

Bereits seit mehreren Jahren gibt es in Palermo die Kampagne „Addiopizzo“ (Addio Schutzgeld). Die Vereinigung von über 100 Händlern hatte 2006 öffentlich erklärt, keine Schutzgelder an die Clans mehr zu bezahlen. Ihr Motto lautet: „Ein ganzes Volk, das Schutzgelder zahlt, ist ein Volk ohne Würde“. Insgesamt gibt es in Italien Medienangaben zufolge rund 160 000 Betriebe, die von der Mafia erpresst werden. Allein auf Sizilien bezahlen etwa 50 000 Firmen einen „Pizzo“.

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